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Weltkrebstag: OÖGKK besorgt über Preisexplosion bei Medikamenten

Stolze 81,4 Jahre beträgt die Lebenserwartung in Oberösterreich. Eine kritische Hürde am Weg in ein langes Leben bleiben jedoch die Krebserkrankungen: Sie sind die häufigste Todesursache im Alter zwischen 40 und 69. Die OÖGKK kämpft entschlossen für mehr Lebensjahre ihrer Versicherten – und investierte 2017 rund
27 Millionen Euro in Krebsmedikamente. Tendenz sehr stark steigend.

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Moderne Krebsmedikamente sind hoch wirksam. Daher will sie die OÖGKK möglichst umfassend zur Heilung ihrer Versicherten einsetzen lassen. Die Kehrseite: Die Präparate werden immer teuer verkauft. Rund 15 Millionen Euro pro Jahr bezahlte die OÖGKK zwischen 2010 und 2014 für die Krebspräparate ihrer Versicherten. 2017 waren es – nach erster Schätzung – bereits rund 27 Millionen Euro. OÖGKK-Obmann Albert Maringer: „Wir sind eine soziale Krankenversicherung. Im Ernstfall öffnen wir für jeden einzelnen Versicherten das Tor zu einer hochwirksamen Krebstherapie. Doch die aktuelle Preisexplosion setzt unsere Mission stark unter Druck.“   

Forschung kostet, aber …

„Selbstverständlich muss die Pharmaindustrie ihre Kosten für die nötige Forschung und Entwicklung decken“, konstatiert OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer, aber: „Wenn im Bereich der Preisbildung und –durchsetzung der Bogen zu weit überspannt wird, dann droht der Bruch des ethischen und moralischen Rahmens, den ein solidarisches Gesundheitssystem braucht.“ Maringer ergänzt: „Die einfache Logik von Angebot und Nachfrage bringt bei Medikamenten keine fairen Preise. Schwerkranke Menschen wären wohl bereit, jede erdenkliche Summe für ein Präparat zu bezahlen. Hier versagen nicht nur die Gesetze des Marktes, hier versagt dann auch die menschliche Ethik.“ 

 

Rückfragen:

Mag. Harald Schmadlbauer | Tel. 05 78 07 - 10 24 00 | harald.schmadlbauer@ooegkk.at

Zuletzt aktualisiert am 05. Februar 2018