DRUCKEN

Psychotherapie auf e-card: OÖGKK baut Wartezeiten im großen Stil ab

Grünes Licht für eine ganz besondere Leistungsoffensive: 2018 und 2019 wird einmalig in zusätzlich 25.000 Stunden Psychotherapie auf e-card investiert. Dies soll die in manchen Regionen erheblichen Wartezeiten abbauen und damit die betroffenen Menschen weniger belasten. Dafür nimmt die OÖGKK rund 1,7 Millionen Euro in die Hand.

PK_62.jpg

PK_62_Logo.jpg



Gemeinsam mit ihren psychotherapeutischen Versorgungspartnern, der OÖ Gesellschaft für Psychotherapie und PROGES (vormals PGA) wurde jetzt ein Investitionspaket geschnürt. Das Ziel: Den bestehenden Rückstau abbauen, sodass Betroffene flächendeckend rasch Zugang zur benötigten, richtigen Therapie haben. Besonderes Augenmerk soll auf der Gruppentherapie liegen. Sie bietet die Möglichkeit zum sozialen Lernen in einem geschützten Rahmen.

Derzeit warten 1.530 Erwachsene und 134 Kinder auf einen Therapieplatz. Die Wartezeiten betragen zwischen 4 Monaten (Wels) und 9 Monaten (Braunau und Freistadt). Im Vergleich zum Jahr zuvor (September 2016) zwar schon eine Verbesserung: Damals warteten die Versicherten noch zwischen 10 und 15 Monaten. Auf Basis der durchschnittlichen Therapieanzahlen pro Klient werden für den Abbau der Warteliste rund 23.300 zusätzliche Stunden benötigt. Mit dem Beschluss im Verwaltungsausschuss vergangenen Mittwoch werden in den kommenden beiden Jahren, 2018 und 2019, zusätzlich 25.000 Stunden finanziert. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 845.000 Euro pro Jahr. „Mit dieser einmaligen Maßnahme sollen die Wartezeiten dann weitgehend abgebaut sein. Eine Evaluierung ist natürlich geplant“, erläutert OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.

 

 

Zwischentitel: Bedarf an Psychotherapie steigt ständig

 

„Wer psychisch krank ist, braucht Hilfe und das möglichst rasch. Ich freue mich sehr, dass wir nun für die Betroffenen eine erhebliche Verbesserung erreichen werden. Eine Investition ganz im Sinne der Versicherten. Mit dem flächendeckenden Abbau der Wartezeiten wird es uns gelingen, den Zugang in allen Regionen zu verbessern. Denn eine psychische Erkrankung kann jeden treffen, vom Kind bis zum Pensionisten“, so OÖGKK-Obmann Albert Maringer. OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer dazu: „Der Ausbau der Sachleistung ist ein großer Meilenstein der Gesundheitsreform, aber wir müssen noch mehr tun: Mit dem gleichzeitigen Abbau der Wartezeit gelingt uns in Oberösterreich zusätzlich eine bedeutende Verbesserung, hier ist jeder Cent gut eingesetzt. Strukturierte Leistungspakete und innovative Betreuungsprogramme sind der Kern einer guten Versorgung. Mit unseren psychotherapeutischen Versorgungspartnern können wir diese Versorgung in bester Qualität organisieren.“

 

Beratung zum Thema Psychotherapie und Unterstützung beim Finden eines/einer Therapeut/-in bietet die Clearingstelle für Psychotherapie.


Foto

v.l.: Franz Dorner (PROGES), Dir. Andrea Wesenauer (OÖGKK), Wolfgang Schimböck (OÖ Ges. f. Psychotherapie), Obmann Albert Maringer (OÖGKK).


Zuletzt aktualisiert am 15. Dezember 2017