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EU-Vergleich: Oberösterreichs Top-Position bei Gesundheit in Frage gestellt

Wie wettbewerbsfähig ist Oberösterreich? In vier von elf Indikatoren liegt Oberösterreich jedenfalls bei den Top-20 von 250 EU-Regionen – darunter „Gesundheit“ und „Institutionen“. Andere Felder haben laut RCI-Report der EU teils erheblichen Nachholbedarf. „Erklärtes Ziel des Landes Oberösterreich ist es, unter die TOP-10 Regionen Europas vorzudringen. Unsere regionale Gesundheitsversorgung und der effiziente Sozialstaat sind klare Wettbewerbsstärken. Die Zentralisierung der GKKs bedroht den eingeschlagenen Erfolgsweg und damit eines der wenigen Kompetenzfelder, wo wir mit der Europa-Spitze mithalten“, wundert sich OÖGKK-Obmann Maringer über den politischen Kurs und die Prioritätensetzung in den Regierungsverhandlungen.      

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(P/projkomm/esv/MDB/Bilder/Aktuell / Bilderservice)

Der RCI ist eine komplexe Analyse der Wettbewerbsfähigkeit. Wirtschaftliche und soziale Qualitätskriterien fließen ein. Regionen mit hohen RCI-Werten haben ein attraktives und nachhaltiges Umfeld für Firmen und Einwohner zum Leben und Arbeiten. Für öffentliche Bereiche wie Gesundheit oder Verwaltung misst der RCI besonders den Outcome, also: Wie viele Mittel fließen hinein, und wie viel Leistung kommt zurück? Erfreulich: Bei der Gesundheit hat Oberösterreich nochmals kräftig zugelegt gegenüber der letzten Studie 2013.

 

OÖGKK-Budget: über 97% für Gesundheitsleistungen

Verantwortlich für den hohen RCI-Wert bei der Gesundheit ist neben anderen Faktoren natürlich die OÖGKK. Sie benötigt unter drei Prozent ihrer Einnahmen für die Verwaltung. Das bedeutet: Mehr als 97 Prozent der Einnahmen kommen den Versicherten und Angehörigen wieder als Leistungen zugute. Die unter 3 Prozent Verwaltungsausgaben steuern hoch effizient nicht nur die gesamten Gesundheitsausgaben. Sie sorgen unter anderem auch für Beitragseinhebung und –prüfung, die lebenslange Dokumentation des Versicherungsverlaufs, und bieten sowohl Versicherten als auch Dienstgebern und Vertragspartnern hohe Servicequalität.  

 

Effizienz: vorgeschobenes Argument

„Ich weiß nicht, worum es der Politik beim Kassen-Zusammenlegen wirklich geht. Die Effizienz kann aber nur ein vorgeschobenes Argument sein. Inzwischen haben alle Experten bestätigt, dass es nicht nur in der Krankenkassen-Verwaltung teurer werden wird, sollten die Pläne so umgesetzt werden. Viel gefährlicher aber sind die Folgen aktionistischer Organisationseingriffe bei den Gesamt-Gesundheitsausgaben, vor allem aber bei der Qualität der Versorgung!“, betont OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer. „Ein so leistungsfähiges und komplexes Versorgungsnetz funktioniert nicht von selbst. Es braucht kontinuierliche Steuerung und Weiterentwicklung, eine gute Abstimmung der Prozesse und Versorgungsangebote, damit beim Patienten eine optimale Versorgung ankommt!“

 

Zentralisierung bedroht Wettbewerbsposition

Die von der Regierung geplante Zusammenlegung aller GKKs in Wien, die Zentralisierung der Entscheidungen und die damit verbundene Verstaatlichung bedrohen für den OÖGKK-Obmann auch aus einer Vielzahl von weiteren Gründen die Wettbewerbsposition Oberösterreichs: „Ein Abzug der OÖGKK-Rücklagen sowie der Verrechnungskonten für die 45.000 Dienstgeber hätte deutliche Auswirkungen auf den Finanzplatz Oberösterreich. Ein zentralisierter Einkauf von Leistungen von Wien aus – vom Rollstuhl über Bandagen, Zahntechnik-Material bis zu Bau-Dienstleistungen – schwächt die Marktposition der oö. Leistungsanbieter deutlich.“ 


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Rückfragen:
Mag. Harald Schmadlbauer | Tel. 05 78 07 - 10 24 01 | harald.schmadlbauer@ooegkk.at

Zuletzt aktualisiert am 13. Dezember 2017