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Krankenkassen zentralisieren: „Oberösterreichs Versicherte werden zu Bittstellern in Wien!“

Bei den Koalitionsverhandlungen werden erste Pläne zum Thema Krankenkassen bekannt. Die OÖGKK könnte zerschlagen und Teil einer zentralisierten Einheitskasse werden. Was wären die Folgen für die Menschen in Oberösterreich?

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„Wenn diese Pläne umgesetzt werden, sind die Versicherten nicht mehr Eigentümer ihrer Beiträge. Sie wären dann Bittsteller um ihr eigenes Geld, die sich um ihre Leistungen, um ihre Versorgung in Wien anstellen müssen“, so Albert Maringer, Obmann der OÖGKK. Derzeit trifft viele Entscheidungen die Selbstverwaltung der OÖGKK. Daran nehmen von den Versicherten gewählte Vertreter der oberösterreichischen Arbeiter- und Wirtschaftskammer teil. Das gibt der OÖGKK einen gewissen Sicherheitsabstand zur Tagespolitik.  

Gesundheitsnetzwerk der OÖGKK in Gefahr 

In Gefahr wäre außerdem die seit Jahren gute Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren der oberösterreichischen Gesundheitspolitik, die von zahlreichen persönlichen Kontakten lebt. Maringer: „Wir haben in Partnerschaft mit den Ärzten und vielen anderen Gesundheitsberufen in Oberösterreich extrem viel weitergebracht: Wir haben ein hervorragendes Versorgungsnetz, wir waren die ersten mit Gruppenpraxisverträgen, wir haben die Chefarztpflicht für Medikamente abgeschafft und jetzt können wir auf die ersten Primärversorgungszentren verweisen.“

OÖGKK-Direktorin Dr. Andrea Wesenauer stellt fest, dass bei den Plänen der Koalitionsverhandler die Bedürfnisse der Patienten nicht vorkommen: „Es geht nirgends um neue Behandlungsmöglichkeiten, die Reduktion von Wartezeiten oder um andere Verbesserungen. Es geht nur um Geld und Macht.“  

OÖGKK wird für gutes Wirtschaften „bestraft“ 

Bedenklich ist vor allem der zu befürchtende Abfluss von Versichertengeldern in eine zentral verwaltete Kasse. „Die OÖGKK-Rücklagen wurden angespart durch ordentliches Wirtschaften und gehören niemand anderem als den OÖGKK-Versicherten. Sie dienen der Sicherung und dem Ausbau der Leistungen in Oberösterreich. Eine zentrale Einhebung aller Sozialversicherungsbeträge schwächt nicht nur den Finanz- u. Wirtschaftsstandort Oberösterreich massiv. Wir können auch mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein Großteil unserer Gelder dann nicht mehr zurückfließt in die oberösterreichische Versorgung“, so OÖGKK-Direktorin Wesenauer.  

Oberösterreichs Ärztevertreter in Sorge 

Auch Oberösterreichs Ärztevertreter sind entsetzt über die Pläne aus Wien. Dr. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für OÖ: „Oberösterreich ist ein leistungsstarkes Bundesland. Bei einer Zentralisierung und wenn der Bund die Mittel verteilt, können wir sicher sein, dass für die Versorgung in Oberösterreich weit weniger Geld zur Verfügung steht als heute. Es ist extrem traurig für viele Patienten und Wähler: Sie haben eine Veränderung gewählt - und bekommen eine Zerstörung ihrer Sozialversicherung.“

 

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Bild: 

OÖGKK-Obmann Albert Maringer im Radiointerview.



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Bild: 

Großer Medienandrang bei der Pressekonferenz im Linzer Ursulinenhof.


Bild oben rechts:

v.l.n.r.: Dr. Thomas Fiedler und Dr. Peter Niedermoser von der Ärztekammer für OÖ, Obmann Albert Maringer und Direktorin Dr. Andrea Wesenauer von der OÖGKK



Zuletzt aktualisiert am 04. Dezember 2017