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Primärversorgung in OÖ: Weitere Einheit ab Oktober in Marchtrenk!

OÖGKK, Land OÖ und Ärztekammer für OÖ ermöglichen rasch den Betrieb einer weiteren „Primärversorgungs-Einheit“ (PVE) in Oberösterreich: Drei Hausärzte und sechs weitere Gesundheitsversorger bilden bereits ab 2. Oktober in Marchtrenk (Goethestraße 12) ein neues PVE-Team – das dritte nach Enns und Haslach. Und auch in Marchtrenk profitiert die Bevölkerung von vernetzten Leistungen und Behandlungen „aus einem Guss“.

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Die entscheidende Voraussetzung für eine Primärversorgungs-Einheit ist nun auch in  Marchtrenk gegeben, nämlich: Eine Gruppe engagierter Hausärzte, die Hand in Hand mit anderen Gesundheitsberufen die Bevölkerung versorgen will. Diese neue „Versorgung aus einem Guss“ bringt den Patienten optimale Therapieabläufe ohne Umwege. Für die Ärzte – etablierte wie junge – entstehen neue und attraktive Arbeitsbedingungen mit verbesserter Work-Life-Balance. Und wo die Gesundheitsberufe vor Ort reibungslos zusammenarbeiten, sind auch die Mittel im Gesundheitssystem höchst wirksam eingesetzt. Davon profitieren letztlich alle.

 

„Maßgeschneidert“ in hohem Tempo 

„In gerade einmal vier Monaten haben wir gemeinsam ein maßgeschneidertes  Primärversorgungs-Modell für Marchtrenk entwickelt. Das beweist, welch hohes Tempo unser Gesundheitssystem in Wahrheit zulässt – wenn die regionalen Partner ein wichtiges Ziel gemeinsam vorantreiben.“, freuen sich Gesundheitslandesrätin
Mag. Christine Haberlander (Land OÖ), OÖGKK-Obmann Albert Maringer,
OMR Dr. Thomas Fiedler (Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für OÖ) und Mag. Dr. Ronald Ecker als Hausarzt in der PVE.

   

Starkes Team: Marchtrenk im Detail 

Die neue Primärversorgungs-Einheit öffnet ab 2. Oktober 2017 in der  Goethestraße 12 – am „alten“ Standort der Arztordination Dr. Ecker. Das neue Ärzteteam in der PVE bilden Mag. Dr. Ronald Ecker, Dr. Daniela Trockenbacher und Dr. Regina Mayer. Dank des ärztlichen Teamworks öffnet die Ordination 41 Stunden pro Woche. Das ärztliche Kernteam unterstützen vier Ordinationsassistentinnen und zwei diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern/pfleger. Auch vor Ort: Je ein/e Fach-spezialist/in aus Physiotherapie, Ergotherapie (zehn Wochenstunden), Logopädie (zehn Wochenstunden), klinische Psychologie/Psychotherapie (20 Wochenstunden), Diätologie (20 Wochenstunden) und Sozialarbeit (20 Wochenstunden). Es gibt zudem einen Zentrumsmanager und eine Lehrpraxis für Ärzte für Allgemeinmedizin.

 

Erweiterte Öffnungszeiten 

Enorm profitieren wird die Bevölkerung von den großzügigen Öffnungszeiten – gerade zu „Randzeiten“. So hat die PVE montags und donnerstags sogar bis 19.00 Uhr geöffnet, dienstags und mittwochs bis 18.00 Uhr. Vormittags ist von Montag bis Freitag immer offen.

 

Statements der Entwickler 

  • LR Haberlander: „Die Entscheidung für ein weiteres Primärversorgungszentrum in Marchtrenk hat Symbolcharakter für den bei uns in Oberösterreich bewährten und erfolgreichen Weg des Miteinanders von Gebietskrankenkasse, Ärztekammer und Land Oberösterreich. Gemeinsam wollen wir in nächster Zukunft noch eine Reihe weiterer Primärversorgungseinheiten auf den Weg bringen. Dabei setzen wir auf Freiwilligkeit und legen besonderes Augenmerk auf optimale Standorte. Es freut mich, dass wir mit der Primärversorgungs-Einheit in Marchtrenk ein weiteres Pilotprojekt auf den Weg schicken. Das erste Primärversorgungs-Zentrum in Enns wird sehr gut angenommen und hat österreichweiten Vorbildcharakter.“

    

  • OÖGKK-Obmann Maringer: „Ich freue mich mit allen Marchtrenker Versicherten über die neue Versorgungslösung in der Stadt! Die oberste Voraussetzung für eine PVE ist ja die Bereitschaft unter allgemeinmedizinischen Vertragsärzten, dass sie ihre Einzelordination aufgeben und verbindlich als Team zusammenarbeiten wollen. Mit ärztlichen Kollegen, aber auch mit anderen Gesundheitsberufen. Dieses gemeinsame Wollen zu ermöglichen und fördern, ist die Schlüsselaufgabe des Gesundheitssystems. Wir haben in Oberösterreich offensichtlich den richtigen Weg dazu gefunden. Es mangelt ja nicht an leerstehenden Gebäuden am Land oder an Bürgermeistern, die nach einer PVE für ihre Gemeinde rufen. Aber das ist nicht das Kriterium, das Menschen zur Zusammenarbeit motiviert. Darum arbeiten wir in Oberösterreich an optimalen rechtlichen und finanziellen  Rahmenbedingungen für alle Ärzte, die sich für PVE interessieren. Die OÖGKK ist überzeugt: PVE-Modelle eröffnen enorme Vorteile für junge und auch etablierte Ärzte, die als Selbstständige, aber in geregelten Teamstrukturen, arbeiten wollen.“

 

  • OMR Dr. Fiedler: „Am Beispiel Marchtrenk sieht man, wie rasch und unkompliziert eine Primärversorgungseinheit in vorhandener Infrastruktur entstehen kann. Neben der Unterstützung der Institutionen, die in Oberösterreich mit Land, OÖGKK und Ärztekammer eine bestens funktionierende Achse bilden, braucht es dazu den Willen der Beteiligten. Die Ärztinnen und Ärzte müssen es selbst wollen, dann wird es für alle, die dort arbeiten, und schließlich auch für die Patientinnen und Patienten eine passende Lösung. Die PVE ist eine der vielen möglichen Kooperationsformen, die wir unterstützen.“

 

  • Mag. Dr. Ecker: „Wieso ich mich entschieden habe, meinen Kassen-Einzelvertrag mit entsprechender beruflicher Freiheit zugunsten einer gewissen Einschränkung durch das Arbeiten in einem Ärzte- und Therapeutenteam aufzugeben, hat mehrere Gründe: Das Arbeiten in einem Team birgt natürlich ganz andere Möglichkeiten, Patienten rasch und effizient zu helfen. Zudem ist auch Marchtrenk vom Ärztemangel betroffen – die Stelle eines in Pension gegangenen Kollegen konnte nicht nachbesetzt werden. Und schließlich hätte ich die Arbeitsintensität meiner ersten acht Jahre in beruflicher Selbstständigkeit bei gleichzeitig hoher medizinischer Qualität auf Dauer nicht halten können.“

 

Finanzierung Marchtrenk  

Die Kosten für die Ärzte und Therapeuten im Zentrum übernimmt – wie sonst auch im niedergelassenen Versorgungsbereich – die OÖGKK. Das Land OÖ beteiligt sich an den Gesamtkosten, da das Zentrum auch Leistungen erbringen wird, die außerhalb des Bereichs der Krankenversicherung liegen, etwa die Sozialarbeit. Mit der Unterstützung der Primärversorgung fördert das Land OÖ überdies eine Entlastung der Spitäler.

 

Ausblick: PVE-Entwicklung in Oberösterreich 

Die PVE Marchtrenk geht als zweite ihrer Art in Oberösterreich in Betrieb, mit Haslach folgt am 1.1.2018 der dritte Standort. In Wien sind bisher zwei solche Zentren entstanden. Land OÖ, OÖGKK und Ärztekammer für OÖ verfolgen geeint ein großes Ziel: Bis 2020 sollen insgesamt 13 Primärversorgungseinheiten in Oberösterreich ermöglicht werden. Damit würde unser Bundesland seinen Zielwert an den bundesweit geplanten
75 Primärversorgungseinheiten erfüllen.

 

Interessierte Ärzte laufend willkommen 

Voraussetzung für eine starke PVE-Entwicklung ist und bleibt das wachsende Interesse an neuer, interdisziplinärer Teamarbeit unter bestehenden Allgemeinmedizin-Vertragsärzten. Die OÖGKK und die Ärztekammer für OÖ bieten jedem „PVE-neugierigen“ Arzt eine völlig unverbindliche Beratung über die Möglichkeiten an. Auch Wahlärzte oder Spitalsärzte, die in solchen PVE gerne mitarbeiten wollen, können dort einsteigen. Und zwar dann, wenn der Versorgungsbedarf mit bestehenden Vertragsärzten nicht abgedeckt werden kann.

 

Rückfragen: 

Land OÖ:........................ Pressesprecherin der Landesrätin Mag. Christine Haberlander

                                        Karin Mühlberger | Tel. 0732 / 7720 – 17110 karin.muehlberger@ooe.gv.at

 

OÖGKK:......................... Mag. Gregor Smejkal | Tel. 05 / 78 07 – 10 22 14 gregor.smejkal@ooegkk.at

 

Ärztekammer f. OÖ:....... Mag. Claudia Werner, Tel. 0732 / 77 83 71 – 323 c.werner@aekooe.at

Zuletzt aktualisiert am 13. September 2017