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Sichere ärztliche Versorgung in Oberösterreich

In den letzten Tagen berichteten Medien (Kronenzeitung, Ö1) über Probleme bei der hausärztlichen Versorgung in Österreich. „Immer mehr Orte ohne Hausarzt“, titelte etwa die Kronenzeitung am Dienstag, 8. August. Am Montag davor war auf Ö1 von 67 unbesetzten Stellen die Rede, 19 davon in Oberösterreich. Diese Aussagen sind falsch und übertrieben!

Titelbild aerztliche Versorgung

    

Wie viele Vertragsärzte gibt es in Oberösterreich? Wie viele Stellen sind nicht besetzt?

In Oberösterreich gibt es insgesamt 1.100 Vertragsarztstellen, davon 664 Stellen für Allgemeinmedizin. Über 99% aller Planstellen sind besetzt. Im Bereich der Allgemeinmedizin sind derzeit neun Stellen unbesetzt, bei den Fachärzten lediglich zwei Stellen. Das heißt, die haus- und fachärztliche Versorgung in Oberösterreich funktioniert flächendeckend. Weitere sechs Planstellen sind im Einvernehmen mit der Ärztekammer nicht besetzt, weil diese für Verlegungen und neue Versorgungsformen vorgesehen sind.

 

Was passiert, wenn eine Stelle nicht besetzt ist?

Gelingt es nicht, eine Arztstelle rechtzeitig zum Ausscheiden des Vorgängers zu besetzen, bleibt eine Vertragsarztstelle in der Regel so lange offen, bis ein Nachfolger gefunden ist oder ein gleichwertiges Angebot geschaffen werden kann. Die OÖGKK schließt dazu befristete Sondervereinbarungen mit den umliegenden Ärzten für die Behandlung zusätzlicher Patienten. Diese erhalten auch ein gesondertes Honorar.

 

Gibt es also keine Probleme?

Tatsächlich wird es in den nächsten Jahren einen Generationswechsel in der Ärzteschaft geben. Das Berufsbild und die Ansprüche der Ärztinnen und Ärzte an ihre Arbeitssituation befinden sich im Wandel. Die OÖGKK bereitet sich darauf gemeinsam mit den Partnern im oberösterreichischen Gesundheitswesen vor, indem sie flexiblere Arbeitsmöglichkeiten und kollegiale Arbeitsformen für Ärztinnen und Ärzte ermöglicht. Dazu gehört zum Beispiel der Aufbau von Primärversorgungseinrichtungen in Form von Zentren und Netzwerken und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit in Gruppenpraxen.

 

Ist das Honorar für Ärzte zu niedrig?

Ärztinnen und Ärzte zählen nach wie vor zu den Spitzenverdienern in Österreich. In  Medien gerne genannte, niedrige Einzelpositionen aus dem Honorarkatalog zeichnen ein verzerrtes Bild der Realität. Das Honorarsystem für OÖGKK-Vertragsärzte ist relativ komplex und besteht aus pauschalen Elementen und Beträgen für Einzelleistungen. Es wird jährlich zwischen OÖGKK und Ärztekammer für OÖ verhandelt und gemeinsam weiterentwickelt. Die Abschlüsse werden stets einvernehmlich geschlossen. Ein Vertrag mit der OÖGKK garantiert Ärztinnen und Ärzten ein kontinuierliches, solides Einkommen bei einem im Vergleich zu anderen Selbständigen deutlich reduzierten wirtschaftlichen Risiko. Es steht in einem angemessen Verhältnis zum hohen Wert der flächendeckenden Gesundheitsversorgung und zur nachhaltigen Finanzierung der sozialen Krankenversicherung durch die Beiträge der Erwerbstätigen.

Zuletzt aktualisiert am 09. August 2017