DRUCKEN

Primärversorgungseinrichtung

Primärversorgungseinrichtungen (PVE) sind eine neue Organisationsform für eine ganzheitliche und abgestimmte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. In einer PVE arbeiten mindestens zwei Allgemeinmediziner und verschiedene weitere Gesundheitsberufe eng im Team zusammen. PVE haben einen Kassenvertrag mit der OÖGKK. Mit der e-card können Versicherte alle Vertragsleistungen einer PVE nutzen. 


Was ist eine Primärversorgungseinrichtung (PVE)

Im Jänner 2017 eröffnete in Enns das erste Primärversorgungszentrum Oberösterreichs. Dort arbeiten nicht nur mehrere Allgemeinmediziner (Vertragsärzte), Diplompflegekräfte und Ordinationsassistentinnen unter einem Dach. Zum Angebot gehören auch Physio-, Logo-, Ergo- und Psychotherapie, Diätologie und Sozialberatung. Die verschiedenen Gesundheitsberufe arbeiten eng zusammen und gewährleisten eine gut abgestimmte Versorgung der Menschen. Das Primärversorgungszentrum in Enns ist somit für die Ennser Bevölkerung die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Gesundheit.

Welche Primärversorgungseinrichtungen (PVE) gibt es in Oberösterreich?

Aktuell gibt es nur das Primärversorgungszentrum in Enns. Im Jänner 2018 eröffnet ein weiteres Zentrum in Haslach im Mühlviertel. Bis 2020 soll es zwölf bis 13 Primärversorgungseinrichtungen in ganz Oberösterreich geben. Sobald neue Standorte fixiert sind, werden die ortsansässige Bevölkerung und die Öffentlichkeit informiert. Das Leistungsangebot an den künftigen Standorten wird sich an den jeweiligen regionalen Anforderungen orientieren.

Wer kann eine Primärversorgungseinrichtung (PVE) nutzen?

Das Primärversorgungszentrum Enns kann derzeit grundsätzlich nur die Ennser Bevölkerung nutzen, Personen aus anderen Gemeinden nur in medizinischen Notfällen. Der Grund dafür liegt an der Gestaltung der Verträge. 

Welche Vorteile hat eine Primärversorgungseinrichtung (PVE) für die Patienten?

  • Längere Öffnungszeiten: Diese sind durch die Zusammenarbeit mehrerer Ärzte und Ärztinnen und die Einbindung verschiedener Gesundheitsberufe möglich.
  •  Geringere Wartezeiten: Ein professionelles Zentrumsmanagement und die enge Abstimmung zwischen den Gesundheitsberufen wirken sich positiv auf die Wartezeiten auf Behandlungen und Therapien aus.
  • Erweitertes Leistungsangebot: Das Angebot in einer PVE beschränkt sich nicht auf ärztliche Versorgung bei akuten oder chronischen Erkrankungen. Durch die Angebote in den Bereichen Gesundheitsförderung, Gesundheits- und Sozialberatung, Therapie, Pflege bis hin zur Palliativbetreuung finden die Menschen das für sie richtige Angebot für die alltägliche Gesundheitsversorgung.
  • Abgestimmte Betreuung: Die enge Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen erleichtert die Orientierung und den Informationsaustausch über den Behandlungserfolg. Durch mehr Möglichkeiten zur Beratung lernen Patienten und Patientinnen besser mit ihrer Erkrankung umzugehen. Auch soziale Probleme können leichter berücksichtigt werden.

Wie wirkt sich eine PVE auf die hausärztliche Versorgung aus?

Auch weiterhin können Menschen ihren Hausarzt bzw. ihre Hausärztin frei wählen. Das gilt auch für Ärzte und Ärztinnen in einer PVE. Ein Hausarzt mit einer eigenen Vertragspraxis kann auch nicht durch eine PVE verdrängt werden. Es ist möglich, dass sich mehrere Hausärzte zur Mitarbeit in einem Primärversorgungszentrum entschließen oder sich in Form eines Primäversorgungsnetzwerkes organisieren. In diesem Fall wird die Bevölkerung vor Ort rechtzeitig informiert.

Zuletzt aktualisiert am 24. April 2018