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Reges Interesse der Ärzte an Primärversorgung in OÖ

Wie unterscheidet sich eine Primärversorgungseinrichtung (PVE) von einer Einzel­ordination für Allgemeinmedizin? Wie fügen sich die neuen PVE-Modelle in die Versorgungslandschaft ein? Und welche Auswirkungen hat die neue Primärver­sorgung auf die klassische Hausarztpraxis? Antworten auf diese Fragen erfuhren rund 120 Besucher – davon 80 Ärztinnen und Ärzte – beim Infoabend der  OÖ Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer.

Bild Primärversorgung; Ordination

Mit der Eröffnung des ersten Zentrums in Enns ist die Primärversorgung in Oberöster­reich angekommen. Für die Ärzteschaft wirft das Thema auch viele Fragen auf. Diese zu klären und interessierte Ärzte für weitere PVE zu werben war das Ziel des gemeinsamen Infoabends am 26. Juni im Gesundheitszentrum der OÖGKK in Linz. „Bei der neuen Primärversorgung gehen eine hochwertige medizinische Versorgung der Menschen und attraktive Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte Hand in Hand“, ist OÖGKK-Obmann Albert Maringer vom Modell überzeugt.

Im Zentrum des Abends stand die Präsentation der Rahmenbedingungen für Primär­versorgungszentren. Mag. Franz Kiesl, Ressortdirektor in der OÖGKK, und Dr. Felix Wallner, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer für OÖ, präsentierten in ihren Vorträgen die Details der Vereinbarung. „Das Modell Primärversorgungeinrichtung hat Vorteile für alle Anspruchsgruppen“, so Kiesl. Ärzte profitieren von der Zusammenarbeit im Team mit anderen Ärzten sowie Gesundheits- und Sozialberufen. Patienten profitieren von erwei­terten Öffnungszeiten und vom größeren Leistungsangebot. „Dadurch  erwarten wir uns auch eine Entlastung der Spitäler und eine Verkürzung der Wartezeiten in den Ambulanzen“, benannte HR Dr. Matthias Stöger, Direktion für Gesundheit und Soziales des Landes OÖ, die positiven Auswirkungen auf die gesamte Versorgungslandschaft.

 

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Der Hausarzt als erste Anlaufstelle

Für einige Ärztinnen und Ärzte ist das Thema Primärversorgung auch mit Sorgen ver­bunden. Die Regelungen in Oberösterreich nehmen darauf bedacht. „Der Hausarzt bleibt weiterhin der wichtigste Ansprechpartner, die hausärztliche Einzelpraxis wird es natürlich weiterhin geben“, betonte Mag. Kiesl. Es soll allerdings – wegen der Vorteile für Patien­ten, Ärzte und andere Gesundheitsberufe – schrittweise zu einer Überführung der Einzel­praxen in neue PVE-Modelle kommen. Sollten einzelne Ärzte nach einiger Zeit merken, dass die Arbeit in einer PVE doch nicht das Richtige ist, dann besteht die Möglichkeit wieder auf die vorher bestehende Kassenvertragsstelle zurückzukehren. Insgesamt  und langfristig wird sich allerdings das Modell PVE durchsetzen, ist Mag. Kiesl überzeugt. 

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Enns als Musterbeispiel

Dr. Wolfgang Hockl, Initiator des Primärversorgungszentrums in Enns, zog in seinem Vortrag Bilanz über die Planungsphase und die ersten Monate des laufenden Betriebs:

„Der Vorbereitungsaufwand für unser Primärversorgungzentrum in Enns war enorm, weil wir vieles erst gemeinsam entwickeln und vereinbaren mussten. Für weitere PVE wird es sicher deutlich einfacher, weil es nun klare Rahmenbedingungen gibt. Ich kann jetzt sagen: Auf mein Team in Enns möchte ich nicht mehr verzichten.“

 

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Modell für die Zukunft

Und wie war der Eindruck der Ärztinnen und Ärzte vom Infoabend? „Der Abend war sehr informativ. Als Ärztin und Mutter ist mir wichtig, Beruf und Familie gut vereinbaren zu können. Daher kann ich mir die Arbeit in einer Primärversorgungseinrichtung für die Zu­kunft gut vorstellen“, äußerte sich die junge Allgemeinmedizinerin Dr. Johanna Fingerhut aus Grieskirchen zufrieden.

 

Fotos zur Veranstaltung

Rückfragen:

Mag. Katharina Siegl | Tel. 05 78 07-10 22 53 | katharina.siegl@ooegkk.at

 

Zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2017