DRUCKEN

Kinderbetreuungsgeld: Antrag und allgemeine Informationen

Wer Kinderbetreuungsgeld erhalten will, muss einen gemeinsamen Hauptwohnsitz mit dem Kind haben und Familienbeihilfe für dieses Kind beziehen. Versicherte der OÖGKK und ihre Angehörigen stellen den Antrag auf Kinderbetreuungsgeld bei der OÖGKK – entweder in Papierform oder elektronisch mit Handysignatur

Kinderbetreuungsgeld_fuer_alle_Artikel.jpg

Allgemeine Voraussetzungen für das Kinderbetreuungsgeld 

  • Anspruch auf Familienbeihilfe
  • Gemeinsamer Hauptwohnsitz des Antragstellers / der Antragstellerin mit dem Kind: Melden Sie Ihr Kind nach der Geburt so rasch wie möglich zum gemeinsamen Hauptwohnsitz an (Gemeindeamt bzw. Magistrat).
  • Lebensmittelpunkt in Österreich.
  • Nicht österreichische Staatsbürger müssen sich rechtmäßig in Österreich aufhalten.
  • Einhalten der Zuverdienstgrenze.

 

Achtung: Wenn sich an diesen Voraussetzungen während des Bezugs etwas ändert, können Sie das Kinderbetreuungsgeld verlieren.

  

Änderungen bei der OÖGKK melden 

Änderungen sind verpflichtend so rasch wie möglich bei der OÖGKK zu melden, z. B.:  

  • Änderung des Hauptwohnsitzes
  • Beginn und Ende einer Beschäftigung
  • Wegfall der Familienbeihilfe
  • Übersiedelung ins Ausland
  • längerer Auslandsaufenthalt
  • Änderung des Aufenthaltsstatus
  • Aufnahme einer Beschäftigung eines Elternteils im Ausland

 

Achtung: Wenn sich an diesen Voraussetzungen während des Bezugs etwas ändert, können Sie das Kinderbetreuungsgeld verlieren.

  

Wer hat Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld? 

  • Kinderbetreuungsgeld können leibliche Eltern beziehen, sofern der beziehende Elternteil denselben Hauptwohnsitz wie das Kind hat. Ob die Eltern verheiratet sind oder nicht, spielt keine Rolle. 
  • Für getrennt lebende Eltern gilt: Der beziehende Elternteil muss einen gemeinsamen Hauptwohnsitz mit dem Kind haben, zur Obsorge berechtigt sein und Familienbeihilfe beziehen. Kontaktieren Sie bezüglich eines Wechsels bei der Familienbeihilfe rechtzeitig das zuständige Finanzamt. Für Änderungen des Hauptwohnsitzes sind Gemeindeämter bzw. Magistrate Ihre Ansprechpartner. 
  • Für gleichgeschlechtliche Eltern gelten dieselben Regeln.
  • Adoptiv- und Pflegeeltern können das Kinderbetreuungsgeld ab dem Tag beantragen, an dem sie das Kind adoptiert bzw. in Pflege genommen haben. Die Maximalbezugsdauer wird jedoch immer ab dem Tag der Geburt berechnet. Es gibt kein „rückwirkendes“ Kinderbetreuungsgeld für die Zeit zwischen Geburt und Adoption bzw. Übernahme in Pflege.

  

Antrag stellen: Was ist zu tun? 

  • Wenn Sie zuletzt bei der OÖGKK krankenversichert waren, sind wir für Ihren Antrag auf Kinderbetreuungsgeld zuständig.  
  • Füllen Sie den Antrag aus und übermitteln Sie diesen im Original persönlich oder per Post an eine der Kundenservicestellen der OÖGKK. Das Formular steht online zum Download zur Verfügung und liegt auch in Papierform in allen Kundenservicestellen auf.  
  • Sie können den Antrag auch elektronisch über meineSV.at abwickeln, das Onlineportal der österreichischen Sozialversicherungen. Dafür ist eine Handysignatur notwendig.

   

Wann ist der Antrag zu stellen? 

  • Grundsätzlich gilt: Anträge sind erst nach der Geburt möglich, idealerweise möglichst zeitnahe zum Beginn des gewählten Bezugs.
  • Sie sollten den Antrag auf jeden Fall innerhalb von 182 Tagen nach der Geburt des Kindes stellen. So lange wird das Kinderbetreuungsgeld rückwirkend gewährt. Stellen Sie den Antrag später, erhalten Sie das Kinderbetreuungsgeld erst ab dem Zeitpunkt des Antrags rückwirkend 182 Tage und können damit einen Teil Ihres Anspruchs verlieren.  
  • Ein späterer Antrag kann sinnvoll sein, wenn Sie z. B. nach Ende des Mutterschutzes noch Resturlaub verbrauchen und Ihr Arbeitseinkommen beziehen. Beachten Sie die Zuverdienstgrenze und lassen Sie sich von der OÖGKK beraten! 
  • Für die Überweisung des Kinderbetreuungsgeldes ist die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse zuständig. Sie übernimmt diese Aufgabe für alle Gebietskrankenkassen in Österreich. Ansprechpartner für Ihren Antrag und Ihre Fragen ist aber die OÖGKK, wenn Sie bei uns versichert sind.

  

Welche Bestätigungen sind für den Antrag notwendig? 

  • Nachweise über die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen in Kopie (Details siehe nächster Punkt).  
  • Von im Ausland geborenen Kindern ist eine Kopie der Geburtsurkunde notwendig.   
  • Ausländische Staatsbürger: Bestätigung des rechtmäßigen Aufenthalts für Antragsteller und Kind, z .B. EWR-Anmeldebescheinigung, Niederlassungs- und Aufenthaltsberechtigung (NAG-Karte), positiver Asylbescheid, Bescheid für subsidiär Schutzberechtigte.

  

Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sind Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld 

  • Legen Sie den Nachweis über die fünf Untersuchungen während der Schwangerschaft und die erste Untersuchung des geborenen Kindes dem Antrag auf Kinderbetreuungsgeld bei. Dafür kopieren Sie einfach die entsprechenden Seiten aus dem Mutter-Kind-Pass heraus. Für einen elektronischen Antrag über meineSV.at scannen Sie die Seiten ein.  
  • Die restlichen Untersuchungen müssen Sie bis zum 15. Lebensmonat des Kindes nachweisen, sonst wird das Kinderbetreuungsgeld reduziert. Schicken Sie die Nachweise ebenfalls an die OÖGKK.

 

Die  Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen müssen rechtzeitig durchgeführt werden und vollständig sein!   


Ich erhalte Wochengeld. Worauf muss ich achten? 

Wenn die Mutter nach der Geburt Wochengeld bezieht, ruht das Kinderbetreuungsgeld in der Höhe des Wochengelds. Die beiden Beträge werden also nicht zusammengezählt. Ist das Wochengeld jedoch niedriger als das Kinderbetreuungsgeld, erhalten Sie die Differenz ausbezahlt.

  

Geburt eines weiteren Kindes, während das Kinderbetreuungsgeld für das vorherige Kind noch nicht ausgeschöpft ist 

Mit der Geburt eines weiteren Kindes endet automatisch der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld für das erste Kind (gilt für beide Elternteile). Sie können das Kinderbetreuungsgeld nicht gleichzeitig für ein älteres und das jüngere Kind beziehen. Vergessen Sie nicht, für das neugeborene Kind einen eigenen Antrag zu stellen. Das Kinderbetreuungsgeld wird nicht automatisch weiterbezahlt. Sie können für das neue Kind eine andere Variante wählen.

  

Kann ich neben dem Kinderbetreuungsgeld dazuverdienen? 

Ja, das ist möglich. Sie müssen allerdings bestimmte Grenzen für Ihren Zuverdienst einhalten. Diese hängen davon ab, welches Modell Sie für das Kinderbetreuungsgeld gewählt haben. Mehr Informationen…

  

Bin ich während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld kranken- und pensionsversichert? 

  • Wenn Sie den Antrag bei der OÖGKK gestellt haben, sind Sie auch bei uns krankenversichert.  
  • Kindererziehungszeiten werden bis maximal zum vierten Geburtstag des Kindes für die Pension angerechnet. Jener Elternteil, der sich überwiegend der Kindererziehung gewidmet hat, erhält entsprechende Teilgutschriften auf dem Pensionskonto. Die Anrechnung der Kindererziehungszeiten auf die Pension gilt allerdings unabhängig vom Kinderbetreuungsgeld - also auch für Berufstätige, die kein Kinderbetreuungsgeld beziehen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem gesetzlichen Pensionsversicherungsträger. In den meisten Fällen ist das die linkPensionsversicherungsanstalt.

  

Wie endet der Bezug von Kinderbetreuungsgeld? 

Die Auszahlung des Kinderbetreuungsgelds endet: 

  • automatisch mit dem Ablauf der gewählten Anspruchsdauer. 
  • mit der Geburt eines weiteren Kindes (gilt auch für ein weiteres Adoptiv- oder Pflegekind).: In diesem Fall müssen Sie für das „neue“ Kind einen eigenen Antrag stellen. 
  • wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, z. B. Wegfall des gemeinsamen Hauptwohnsitzes mit dem Kind, Wegfall der Familienbeihilfe etc. 
  • wenn Sie freiwillig verzichten oder das Kinderbetreuungsgeld einstellen lassen. 
Zuletzt aktualisiert am 24. April 2018