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Österreichs erste vollausgebaute Primärversorgung in Enns eröffnet!

Enns – Österreichs älteste Stadt leuchtet in die Zukunft: 2017 startete das erste Primärversorgungszentrum (PVZ) im Vollausbau für Österreich. Ärzte und viele andere Gesundheitsberufe arbeiten dort Hand in Hand und unter einem Dach – ein Meilenstein in der heimischen Gesundheitsversorgung. Am 15. Februar eröffneten Spitzenvertreter aus Politik und Gesundheit offiziell das neue Haus.   

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Rund 670 Ennserinnen und Ennser nutzten gleich am ersten Betriebstag, dem
9. Jänner, das neue Primärversorgungzentrum im „Gesundheitszentrum Enns“ (Kathreinstrasse 19). Die hohe Akzeptanz der Bevölkerung bestätigt das neue Konzept der „vernetzten Versorgung“: So arbeiten im 800 m² großen Neubau viele Gesundheits-Professionen Hand in Hand für die Patienten: Sechs Allgemeinmediziner, zwei Diplomkrankenschwestern, vier Ordinationsassistenten, ein Psychologe (ab
1. März 2017), zwei Physiotherapeuten sowie ein Zentrumsmanager. Ergänzt wird das Team durch Teilzeitstellen für die Berufsgruppen der Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Geburtshilfe und Sozialarbeit. Somit kann vom ersten Primärversorgungs­zentrum Österreichs im Vollausbau gesprochen werden.

 

Überdies profitiert die Bevölkerung von erweiterten Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr und zusätzlich an zwei Tagen bis 21 Uhr ist das Haus geöffnet. Zudem ist die Ordination jeden dritten Samstagvormittag durch die Teilnahme am Haus­ärztlichen Notdienst besetzt.

  

Vorteile des Versorgungsmodells 

Die engere Kopplung von Hausärzten und anderen Gesundheitsberufen verfolgt ein wichtiges Ziel: Das System soll sich am Patienten orientieren – und nicht umgekehrt. Eine gut durchdachte Primärversorgung schafft somit viele Vorteile:

 

  • Rasche und präzise Abklärung, Beratung, Therapie, Nachsorge und Prävention – aus einem Guss.
  • Hohe Patientenorientierung: Längere Öffnungszeiten – keine „Irrwege“ durchs Gesundheitssystem.
  • Modernes Teamwork zwischen Ärzten, Therapeuten, Pflegern und anderen Gesundheitsberufen – mit klar definierten Kompetenzen und einer zeitge­mäßen Work-Life-Balance. 

        

Partner: „Haben das Unmögliche erreicht“ 

International ist Primärversorgung schon länger ein anerkanntes, zukunftsfähiges Modell der Gesundheitsversorgung. Trotz unbestrittener Vorzüge: Die Entwicklung einer „österreichischen Variante“ gilt als Herkulesaufgabe – rechtlich, finanziell und organisatorisch. Doch beim neuen Primärversorgungszentrum in Enns beweisen alle Projektpartner, dass es gehen kann. Tenor: „Wir haben das Unmögliche erreicht.“

  

Gesundheitsreferent LH Dr. Josef Pühringer: 

"Die Eröffnung des Primärversorgungszentrums Enns ist ein Meilenstein in der Sicherung unseres hohen medizinischen Versorgungsniveaus in Oberösterreich. Die bewährte Versorgung bleibt durch ein PVZ in der Region erhalten und erfolgt dort, wo auch die Patientin bzw. der Patient zuhause ist. Ein PVZ bietet neben der Regionali­sierung auch den weiteren großen Vorteil, dass neue, zeitgemäße Angebote hinzu kommen. Das PVZ Enns ergänzt und sichert nicht nur die medizinische Versorgung in den Regionen, es steht auch für die ständige Weiterentwicklung im Gesundheits­wesen. 

 

Besonders freut es mich, dass diese Weiterentwicklung in einem guten Einvernehmen und nach sorgfältiger gemeinsamer Planung durch die Systempartner in Oberöster­reich erfolgt. Jetzt sind wir unter den Vorreitern in Österreich und ich bin sicher auch unter den Nachhaltigsten in der Umsetzung."

  

OÖGKK-Obmann Albert Maringer: 

„Das PHC-Konzept, an dem die OÖGKK federführend auf Bundesebene mitgearbeitet hat, wird in Enns nun Realität. Wir freuen uns über eine innovative Versorgungsein­richtung, die dem Leistungsanspruch der OÖGKK optimal entspricht: Unsere Versicherten­gemeinschaft muss zur richtigen Zeit, am richtigen Ort vom richtigen Behandler, in der richtigen Qualität versorgt werden – und zwar lückenlos und überschnei­dungsfrei. Primärversorgungszentren wie Enns ermöglichen eine flexible, rasche, sichere und bedarfsgenaue Versorgung. Eine durchgängige Betreuung – aus einem Guss – erspart Patienten und Angehörigen Umwege und fördert eine rasche Genesung. Und wo Umwege wegfallen, freut sich nicht nur der einzelne Versicherte, sondern die ganze Gemeinschaft:  Weil automatisch auch kostenbewusst versorgt wird.“

  

Bürgermeister Franz Stefan Karlinger: 

„Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben in Enns dieses Pilotprojekt zu verwirklichen. Als mir das Konzept von MR Dr. Wolfgang Hockl vorgestellt wurde, war ich sofort begeistert. Und nun ist es soweit, das erste Gesundheitszentrum in Oberösterreich hat im Jänner seinen Betrieb aufgenommen. Damit ist es gelungen die regionale Erstversor­gung aber auch die Gesundheitsvorsorge aufrecht zu erhalten und sogar noch zu verbessern. Patienten profitieren durch kürzere Wartezeiten und ein deutlich erweitertes Angebot, Ärzte durch attraktivere Arbeitsbedingungen. Wir haben ein zukunfts­weisendes Modell für die gesamte Region, ja für ganz Oberösterreich auf die Beine gestellt!“

  

MR Dr. Wolfgang Hockl von den Hausärzten im Gesundheitszentrum Enns 

„Ich freue mich auf die Verwirklichung eines Modells, das international schon vielfach umgesetzt ist. Die Österreichische und Oberösterreichische Gesellschaft für Allgemein­medizin (ÖGAM und OBGAM) haben dies auch für Österreich schon lange propagiert. Persönlich sehe ich mich nun nach fünf Jahren am Ziel einer intensiven Auseinander­setzung mit dem Thema, bei dem alle Stakeholder gemeinsam ein Modell ausgearbei­tet haben, das wir umsetzen wollen. Aufgrund der Größe des Projektes ist die Umsetzung eine Herausforderung: Gesundheitsvorsorge und Prävention, Betreuung akut und chronisch Kranker sowie Teamarbeit. Ich bin mir aber sicher, dass wir mit unserem sehr ambitionierten Team die Umsetzung und Herausforderungen bewältigen. Unser Vorteil in Enns ist, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Nicht zuletzt ist mir die Einbindung von Kolleginnen und Kollegen in den Praxen wichtig, die entspre­chende „Work-Life-balance“, mit der wir hoffen, durch neue Rahmenbedingungen und eine Ausbildung vor Ort junge Kolleginnen und Kollegen für die Allgemeinmedizin begeistern  zu können. Denn nur mit verbesserten Strukturen und neuen Organisationsmög­lichkeiten, die an die regionalen Gegebenheiten angepasst sein müssen, werden wir uns  weiterentwickeln. Dies gilt auch für alle am Projekt Beteiligten. Vor allem aber die Freude an der Teamarbeit und der Vernetzung sind große Anliegen.“

  

Organisatorische Hintergründe 

Das Primärversorgungszentrum Enns läuft zunächst als fünfjähriges Pilotprojekt und wird  laufend evaluiert. Adaptierungen und Verbesserungen sind bei Bedarf jederzeit möglich – und auch willkommen. 

 

Finanziell wird Enns – wie jedes Primärversorgungszentrum – nach verschiedenen Kostenpositionen beurteilt: etwas ob es sich um einmalige Kosten handelt, die durch die Financiers gestützt werden (z.B. Umzugskosten, EDV) oder um laufende Betriebs­kosten oder um Zusatzkosten. Hierzu gibt es Finanzierungsschlüssel zwischen OÖGKK, Land OÖ und der Stadt Enns.

 

Rechtlich ist das Primärversorgungszentrum Enns als Ärzte GmbH geführt. Die Einbin­dung des erweiterten Primärversorgungsteams (nicht-ärztliche Gesundheitsberufe) erfolgt über ein Anstellungsverhältnis oder über Zukauf der Leistung durch die Ärzte GmbH.    



Zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2017