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Rezeptgebührenobergrenze

Wer auf Kosten der Krankenkasse ein Medikament erhält, zahlt in der Apotheke pro Packung bzw. Verschreibung eine Rezeptgebühr. Überschreiten die Ausgaben für Medikamente jedoch eine bestimmte Grenze, ist die Person von der Rezeptgebühr befreit. Diese Rezeptgebührenobergrenze hängt vom jährlichen Nettoeinkommen ab. 

Titelbild Rezeptgebühr

Sie haben als Versicherter der OÖGKK automatisch ein Konto über bereits bezahlte Rezeptgebühren. Dieses wird mit Ihrem Jahres-Nettoeinkommen des jeweils vorangegangenen Kalenderjahres verglichen (bei Pensionen: Vergleich mit aktuellem Jahr). Ihr Einkommen ist der OÖGKK ja bekannt, weil wir davon Ihre Beiträge zur Sozialversicherung berechnen. Die Rezeptgebührenobergrenze beträgt 2 % Ihres jährlichen Nettoeinkommens. Übersteigen Ihre Ausgaben für Medikamente diese 2 %, müssen Sie für den Rest des Kalenderjahres keine Rezeptgebühr mehr zahlen. Ein Antrag ist dafür nicht notwendig. Das Einkommen von Angehörigen und Sonderzahlungen wie z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden nicht berücksichtigt. Sehr wohl berücksichtigt werden Medikamente, die Sie für mitversicherte Angehörige bezahlt haben. Dadurch erreichen Sie die Rezeptgebührenobergrenze rascher.

Achtung: Die Rezeptgebührenobergrenze gilt nur, wenn Sie im laufenden Kalenderjahr bereits ein Mindestmaß an Rezeptgebühren bezahlt haben! Dieses Mindestmaß liegt bei etwa 37 Rezeptgebühren.

 

e-card zeigt Rezeptgebührenobergrenze automatisch an

Das Überschreiten der Rezeptgebührenobergrenze wird beim Stecken der e-card beim Arzt oder in der Apotheke automatisch angezeigt. Die Höhe Ihres Einkommens scheint nicht auf. Die Befreiung von der Rezeptgebühr wegen Erreichens der Obergrenze gilt nur für Medikamente mit ärztlichem Rezept, die in einer Apotheke oder Hausapotheke bezogen werden. Wenn Sie ohnehin bereits von der Rezeptgebühr befreit sind, betrifft Sie die Rezeptgebührenobergrenze nichts, Ihre Befreiung bleibt unabhängig davon bestehen.

 

Antrag auf Neufestsetzung des Jahres-Nettoeinkommens

Wenn Sie wollen, dass Ihre Rezeptgebührenobergrenze nicht auf Grundlage Ihres Einkommens des vorangegangenen Jahres berechnet wird, sondern auf Grundlage des aktuellen Einkommens im laufenden Jahr, können Sie dafür einen Antrag stellen. Das machen normalerweise Personen, die wesentlich weniger verdienen als im Vorjahr.

 

Guthaben für zu viel bezahlte Rezeptgebühren

Apotheken rechnen Rezeptgebühren monatlich im Nachhinein ab. Die Bearbeitung innerhalb der Sozialversicherung benötigt einige Wochen, weshalb die Rezeptgebührenobergrenze nie ganz aktuell sein kann. Sollte es vorkommen, dass Sie noch Rezeptgebühren bezahlen, obwohl Sie die Obergrenze bereits erreicht haben, wird der zu viel bezahlte Betrag im folgenden Kalenderjahr als Guthaben berücksichtigt. Brauchen Sie das Guthaben nicht auf, wird es noch ein weiteres Mal ins zweitfolgende Kalenderjahr übertragen. Ab dann können Sie einen Antrag über eine Auszahlung des Guthabens stellen. 

Zuletzt aktualisiert am 15. Februar 2018