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Selbstversicherung: Freiwillige Krankenversicherung

Die meisten Personen sind in Österreich in der Krankenversicherung pflichtversichert, z. B. durch eine Beschäftigung oder sie sind bei einem Familienmitglied mitversichert. Trifft jedoch keines von beiden zu, können die Betroffenen freiwillig eine Selbstversicherung beantragen. Die Beiträge für dafür sind selbst zu bezahlen. Für geringfügig Beschäftigte, Studierende und Personen, die ein behindertes Kind pflegen, gibt es besondere Bestimmungen. 

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Es kann verschiedene Gründe geben, warum Sie keine gesetzliche Krankenversicherung haben bzw. warum eine freiwillige Selbstversicherung für Sie eine Möglichkeit ist, z. B.:

  • Sie üben keine Beschäftigung aus, beziehen weder linkLeistungen des Arbeitsmarktservice noch eine gesetzliche Pension. 
  • Sie erfüllen die Voraussetzungen für eine Mitversicherung beim Partner nicht oder sind nach einer Trennung nicht mehr beim Ex-Partner mitversichert. 
  • Sie sind als volljähriges, aber nicht berufstätiges Kind nicht mehr bei Ihren Eltern mitversichert, weil Sie z. B. keine Ausbildung absolvieren bzw. die Voraussetzungen für die Mitversicherung nicht mehr erfüllen. 
  • Sie gehören zur Gruppe von bestimmten freiberuflich Selbstständigen mit Pflichtmitgliedschaft in einer Kammer und sind z. B. Rechtsanwältin, Tierarzt, Notar oder Apothekerin in Oberösterreich. In diesem Fall können Sie Ihre Krankenversicherung selbst wählen („opting out“) und die Selbstversicherung der OÖGKK ist für Sie eine Option.

  

Beitragshöhe, Ausnahmen und Leistungen  

Der monatliche Beitrag zur Selbstversicherung in der Krankenversicherung beträgt EUR 406,88 (Wert 2017). Je nach Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen können Sie eine Herabsetzung beantragen.

  

Wer Angehörige bzw. ein behindertes Kind pflegt erhält, sofern die Bedingungen erfüllt sind, eine kostenlose Selbstversicherung. Die Beiträge dafür zahlt der Staat (Bundesmittel).

 

Durch eine Selbstversicherung stehen Ihnen dieselben Sachleistungen wie Pflichtversicherten zu, darunter ärztliche Hilfe, Krankenhausaufenthalte, Medikamente, Heilbehelfe, Zahnbehandlung, Vorsorgeuntersuchungen etc. Auf Barleistungen wie etwa Wochengeld[7] oder Krankengeld[8] besteht jedoch kein Anspruch.

 

Sechsmonatige Wartefrist auf Leistungen 

Leistungen aus der Selbstversicherung können Sie erst nach Ablauf einer sechsmonatigen Wartezeit ab Antrag erhalten. Der Grund: Die Selbstversicherung ist als längerfristiges Versicherungsverhältnis gedacht und nicht als kurzfristige Maßnahme, um rasch und günstig Gesundheitsleistungen zu erhalten. Die Wartefrist entfällt z. B. bei Studierenden oder bei gewissen Vorversicherungszeiten.

 

Ihre Selbstversicherung endet, wenn Sie Ihren Austritt erklären oder wenn Sie die Voraussetzung nicht mehr erfüllen, z. B. weil Sie durch Beschäftigung, AMS-Leistungen oder Kindergeldbezug ohnehin der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegen.

 

Wenn Sie konkretes Interesse an einer Selbstversicherung in der Krankenversicherung haben bzw. einen Antrag stellen wollen, lesen Sie bitte vorher unsere Broschüre „Selbstversicherung Schritt für Schritt“.

 

Familienangehörige mitversichern 

Wer eine Selbstversicherung in der Krankenversicherung hat, kann bestimmte Familienangehörige mitversichern, etwa Ehegatten, eingetragene Partner oder Kinder. Nicht mitversichert werden können Lebensgefährten und Haushaltsführer. Bei der Selbstversicherung für geringfügig Beschäftigte besteht diese Einschränkung nicht. 

Zuletzt aktualisiert am 25. Oktober 2016