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Entsendung ins Ausland

Man ist dort krankenversichert, wo man arbeitet, und zwar unabhängig von seiner Staatsbürgerschaft und seinem Wohnort: Das ist ein Prinzip der Sozialversicherung. Eine Ausnahme davon sind Entsendungen von Dienstnehmern ins Ausland. Die Betroffenen bleiben weiter beim Arbeitgeber in ihrem ursprünglichen Beschäftigungsland versichert. Dazu müssen allerdings bestimmte Bedingungen erfüllt sein.  

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Wer im Rahmen einer Entsendung im Ausland arbeitet, gilt weiterhin offiziell als im Inland beschäftigt. Die Sozialversicherung, zu der auch die gesetzliche Krankenversicherung zählt, bleibt aufrecht. Eine eventuelle Mitversicherung für Angehörige besteht weiter – egal, ob sie den Dienstnehmer bzw. die Dienstnehmerin ins Ausland begleiten oder nicht.

 

Bedingungen für eine Entsendung

  • Der Dienstgeber muss im Entsendestaat eine nennenswerte Geschäftstätigkeit ausüben.
  • Der Dienstnehmer führt Tätigkeiten auf Rechnung und im Auftrag des Dienstgebers aus. 
  • Der Dienstnehmer darf keine andere Person ablösen, deren Entsendungszeit abläuft. 
  • Die Entsendung darf maximal zwei Jahre dauern. Das gilt konkret für Entsendungen in Staaten der EU bzw. des EWR und die Schweiz. Entsendungen in andere Staaten dürfen maximal fünf Jahre dauern. Zwischenstaatliche Abkommen können eine unterschiedliche Dauer vorsehen. Im Fall der Türkei und einiger Balkanstaaten sind es z. B. zwei Jahre, im Fall der USA oder Australiens fünf Jahre. Für Anträge zur Verlängerung der Entsendung ist das linkBundesministeriumfür Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zuständig.

  

Übernahme der Kosten für Krankenbehandlung

  • Wenn Sie als Dienstnehmer in einen Staat entsandt werden, in dem die Europäische Krankenversicherungskarte gilt, ist diese ein Anspruchsnachweis für eine Krankenbehandlung (ausgenommen Privatspitäler und Privatärzte). Spitäler und Vertragsärzte im Ausland rechnen direkt mit der OÖGKK ab. 
  • Werden Sie in einen so genannten Drittstaat entsandt, in dem die Europäische Krankenversicherungskarte nicht gilt, hat Ihr Dienstgeber für die notwendige Krankenbehandlung von Ihnen aufzukommen (Paragraph 130 ASVG). Von Ihnen vorfinanzierte Behandlungskosten muss in der Regel Ihr Dienstgeber zur Gänze rückerstatten. Um eine eventuelle Kostenerstattung in Österreich muss sich ebenfalls der Dienstgeber kümmern. In vielen Fällen schließen Dienstgeber für ihre entsandten Mitarbeiter eine private Krankenversicherung ab. Beim Thema Behandlungskosten kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Auffassungen zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei der OÖGKK.
  • Als Dienstnehmer müssen Sie, wie Sie es auch im Inland tun müssten, eine Arbeitsunfähigkeit (Krankenstand) ärztlich bestätigen lassen und der OÖGKK melden.


Zuletzt aktualisiert am 10. März 2017