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Integrierte Versorgung Demenz OÖ: Alten- und Pflegeheime als Partner gesucht

Seit mehr als zwei Jahre wurden mit der Integrierten Versorgung Demenz Erfahrungen in Alten- und Pflegeheimen gesammelt und ein neuer Betreuungsansatz entwickelt. Ein Pilotprojekt soll nun in Kooperation mit drei Alten- und Pflegeheimen den neuen Betreuungsansatz weiterentwickeln. Dafür suchen wir Heime und Träger, die mitmachen  wollen. 

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In Oberösterreich haben wir mit der „Integrierten Versorgung Demenz“, einem Kooperationsprojekt zwischen Land OÖ und OÖGKK, nun mehr als zwei Jahre lang Erfahrungen in Alten- und Pflegeheimen gesammelt und einen neuen Betreuungsansatz entwickelt. Dieser hat folgende Ziele:

  • Ziel 1 ist der Gewinn an Lebensqualität für den einzelnen Bewohner / die einzelne Bewohnerin durch die Stärkung vorhandener Ressourcen, gezieltes Training von Fähigkeiten und die Integration dieses Ansatzes in den Alltag der Betroffenen. Individuelle Bedürfnisse, Fähigkeiten und Motivation sind dafür bedeutend. Dieses Bekenntnis zu einer individuellen Betreuung soll das gemeinsame Handeln leiten.
  • Ziel 2 ist die interdisziplinäre Teamarbeit zwischen den Fachrichtungen Pflege und Betreuung, Psychologie und  der Facharzt/-ärztin für Neurologie/Psychiatrie zur Optimierung von Diagnostik und Behandlung vor Ort und zur gemeinsamen Steigerung der fachlichen Expertise.

Angebote an die teilnehmenden Heime und Träger

Um diese Ziele zu erreichen, finanzieren das Land OÖ, vertreten durch die Direktion der Abteilung Gesundheit und Soziales, und die OÖ Krankenversicherungsträger gemeinsam folgende Leistungen für die Pilotierung in drei Alten- und Pflegeheimen (vorerst bis Ende 2017):

  • 0,5 PE Betreuungspersonal (DSB “A“)
  • 8,6 Stunden Facharzt/Fachärztin für Psychiatrie und/oder Neurologie pro Monat (Basis 100 Langzeitpflegeplätze)
  • 17,6 Stunden Psychologie pro Monat (Basis 100 Langzeitpflegeplätze)
  • Bereitstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Erfahrungen aus der bisherigen Pilotierung

Erwartungen an den Träger

Der Heimträger finanziert weitere 0,5 PE Betreuungspersonal (DSB “A“) und ermöglicht die Mitwirkung an der Evaluierung des Mindestpersonalbedarfs im Hinblick auf die Demenzthematik.

 

Erwartungen an das Heim

Von den Alten- und Pflegeheimen selbst werden ein Bekenntnis zur individuellen Betreuung von Menschen mit Demenz erwartet und ein Einbeziehen des theoriegeleitenden Konzepts mit den Schwerpunkten „Fördern und Ressourcen stärken“. Im Detail bedeutet dies

  • Verankerung im Leitbild des Hauses/Trägers
  • Verankerung im Pflege- und Betreuungskonzept und dessen Umsetzung einschließlich Dokumentation
  • Schaffung oder Adaptierung hausinterner Gruppenangebote mit den Elementen einer individuellen Ressourcenorientierung und individuellen Förderung
  • monatliche Fallbesprechung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflege und Betreuung, Psychologin / Psychologen, Fachärztin / Facharzt („Liaison-Dienst“)
  • Vorbereitung der Visiten der Fachärztin / des Facharztes im Rahmen des Konsiliardienstes
  • projektspezifische Dokumentation der Pflege- und Betreuungsarbeit.
  • Beschäftigung eines Demenzkoordinators / einer Demenzkoordinatorin DSB “A“ im Ausmaß von 1 PE zur Koordination und Umsetzung der Angebote

 

Konkrete Schritte zur Umsetzung

Ist ein Alten- und Pflegeheim an den Angeboten der „Integrierten Versorgung Demenz in OÖ“ interessiert und bereit die geforderten Eigenleistungen einzubringen, wird empfohlen im Vorfeld einer Bewerbung Einvernehmen mit dem zuständigen Träger herzustellen und die Finanzierung der verbleibenden halbe Stelle „Demenzkoordination“ zu sichern. Zu Beginn der Pilotphase findet ein Auftakt-Workshop mit Vertretern und Vertreterinnen des Heimes, des Trägers und der Auftraggeber statt. Ziele sind die gemeinsame Aufbereitung wichtiger Projektschritte und die Diskussion von Erwartungen und Vorstellungen der Anwesenden. Die oben beschriebenen Angebote und Erwartungen werden ausgehend vom Leitbild und dem davon abgeleiteten Pflege- und Betreuungskonzept gemeinsam mit den Fachrichtungen Pflege und Betreuung, Demenzkoordination sowie Psychologie und Medizin umgesetzt.

 

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 31. Mai 2016 unter demenz@ooegkk.at mit dem Kennwort „Integrierte Versorgung Demenz“ und nennen Sie uns auch die Gründe für Ihr Interesse.

Zuletzt aktualisiert am 21. März 2016