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Gesundes im Wagerl

Beispielhaftes Projekt fördert gesunden Einkauf

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Mit gesunden Lebensmitteln nehmen Konsumentinnen und Konsumenten direkten Einfluss auf ihr Wohlbefinden. Dazu ist es nötig, dass alle mit dem Thema Befassten über die erforderliche Gesundheitskompetenz verfügen – von der produzierenden Industrie über die Beschäftigten im Handel bis hin zu den Endverbrauchern. Mit dem österreichweit einzigartigen Projekt „Lebensmittel.G’sund“ vermitteln OÖ Gebiets­krankenkasse und OÖ Wirtschaftskammer gesicherte wissenschaftliche Informationen zum Thema „Gesunde Lebensmittel“. 

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Albert Maringer (Obmann OÖGKK), Mag. Dr. Andrea Wesenauer (Direktorin OÖGKK), Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer (AGES) KommR. Johannnes Jetschgo (WKOÖ - Landesgremium Lebensmittelhandel)

Die besten Ergebnisse für die persönliche Gesundheit sind zu erzielen, wenn alle am Thema Ernährung Beteiligten zusammenarbeiten – ganz in Sinne der Strategie „Health in All Policies“. Mit Jahresbeginn haben deshalb die OÖ Gebietskrankenkasse und das Landesgremium Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer OÖ das gemeinsame Projekt „Lebensmittel.G’sund“ gestartet – eine in Österreich bisher einzigartige, zukunftsweisende Zusammenarbeit.  

Das Projekt ist den österreichischen Rahmengesundheitszielen 3 und 7 verpflichtet und gilt als beispielhaft. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die die Entscheidungen für die gesünderen Alter­nativen erleichtern. Gesunde Ernährung muss im Alltagsleben vor Ort ansetzen und Angebote enthalten, die unter realen Lebensbedingungen auch angenommen werden. Dieses Ziel verfolgt auch die Initiative „Lebensmittel.G’sund“, die sich zweier wichtiger Bundes-Rahmen-Gesundheitsziele annimmt. Das Projekt kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gestärkt wird und gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle zugänglich ist“, betont Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. 

Ziel 3: „Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“Das Gesundheitsministerium sieht Gesundheitskompetenz als wichtigen Eckpunkt zur Förderung der Gesundheit und der gesundheitlichen Chancengleichheit der Bevöl­kerung an. Durch sie sollen die Menschen unterstützt werden, im Alltag eigenverant­wortlich Entscheidungen treffen zu können, die ihre Gesundheit fördern. 

Ziel 7: „Gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle zugäng­lich machen“Die Ernährung übt einen grundlegenden Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbe­finden der Menschen aus. Eine ausgewogene Ernährung kann das Risiko für viele chronische Erkrankungen reduzieren. Dabei sollen gesundheitliche, ökologische und soziale Aspekt bei Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln berücksichtigt werden. „Die Ernährungskompetenz soll bei allen Menschen – insbe­sondere bei Kindern, Jugendlichen, Schwangeren, Eltern/Erziehungsberechtigten und älteren Menschen – gefördert werden. Eine gesundheitsförderliche Ernährung muss für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sein, wobei saisonale und regionale Lebensmittel ein wichtiger Bestandteil sind.“, so Oberhauser.   

Beispielhaftes Projekt 

Ernährungsassoziierte Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, häufige Krebser­krankungen, Diabetes mellitus, chronische Erkrankungen der Leber und anderer Ver­dauungsorgane sind in allen westlichen Industriestaaten wesentliche Ursachen für Morbidität und Mortalität, stellt der Österreichische Ernährungsbericht 2012 fest.Gesundheit beginnt also mit der richtigen Ernährung. Fette, Zucker, Salz, Vitamine und Spurenelemente sollen bei einer gesunden Ernährung in einem ausgewogenen Verhält­nis stehen. Und so entscheidet auch die Zusammensetzung eines Lebensmittels über seine Bekömmlichkeit. Fett, Zucker und Salz sind in den meisten Produkten enthalten, in einigen auch künstliche Zusatzstoffe. Bei allen Kennzeichnungen auf den Packungen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten und die Informationen richtig zu bewer­ten. Das Projekt „Lebensmittel.G’sund“ will deswegen die Gesundheitskompetenz der Ver­käuferinnen und Verkäufer im Lebensmittelhandel und in der Folge auch das Wissen und die Urteilsfähigkeit der Konsumentinnen und Konsumenten stärken. Allen Beteiligten sollen die Mittel zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihr Leben durch richtige Ernährung gesund gestalten können. Den Konsumenten, die mit den ent­sprechenden Informationen die „Beipacktexte“ der Lebensmittel richtig lesen und damit eine fundierte Entscheidung treffen können, den Beschäftigten im Lebensmittelhandel, damit sie mit ihrem Wissen als „Scout“ durch den Supermarkt dienen können und den Lebensmittelproduzenten, die ausgestattet mit dem Wissen und in Kenntnis der Wünsche ihrer Konsumenten, die richtigen Lebensmittel zu einem fairen, leistbaren Preis anbieten. Darüber hinaus ist beabsichtigt, Lebensmittel „ohne Risiken und Nebenwirkungen“ zu fördern – zum Beispiel Produkte mit weniger Salz, Fett oder Zucker. Dazu werden in der aktuellen Projekt-Phase auch Expertenmeinungen aus der Wissenschaft rund um das Thema „Gesunde Lebensmittel“ eingeholt. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden der produzierenden Industrie zur Verfügung gestellt, damit sie den Wünschen ihrer Kundinnen und Kunden nach Lebensmitteln ohne Risiken und Nebenwirkungen nachkommen können. 

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Albert Maringer (OÖGKK Obmann), Prof. Dr. Evelyn Schuster (Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik JKU), KommR Mag. Julius Stiglechner (1. OÖGKK Obmann Stellvertreter), Mag. Dr. Andrea Wesenauer (OÖGKK Direktorin), Mag. Karin Reis-Klingspiegel (Styria Vitalis), Dr. Petra Rust (Department für Ernährungswissenschaften Uni Wien), Dr. Ingrid Kiefer (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), Dr. Manfred Zöchbauer (WKOÖ), KommR Johannes Jetschgo (WKOÖ)

Start der dritten Phase mit Expertengespräch 

Die beiden ersten Phasen des Projekts legten den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Gesundheitskompetenz an Verkäufer und Kunden. In der nunmehr dritten Phase werden Experten aus Praxis und Wissenschaft zum fachlichen Austausch und zur wissenschaftlichen Begleitung eingeladen.Am heutigen Expertengespräch werden unter anderem Gesundheitsministerin
Dr. Sabine Oberhauser, Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Dr. Petra Rust vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und die Spitzen der OÖGKK und des Landesgremiums Lebensmittelhandel der WKOÖ teilnehmen.Das Gespräch ist ein Beispiel für „Health in All Policies“. Dabei arbeiten Wirtschaft, Sozialversicherung und Wissenschaft zusammen, um interessante neue Ansatzpunkte zur Förderung der Gesundheit und Gesundheitskompetenz im Lebensmittelhandel zu finden und diskutieren. Die gewonnenen Erkenntnisse werden das Feedback an produ­zierende Betriebe und Lebensmittelindustrie bilden. Im Experten-Gespräch wird auf „Gesunde Ernährung: Möglichkeiten und Grenzen des präventiven Potentials“ eingegangen und auf Best Practice-Modelle in Oberösterreich hingewiesen. „Eine ausgewogene Ernährung und die richtige Auswahl von Lebens­mitteln spielen in jedem Lebensalter eine maßgebliche Rolle für den Erhalt der Gesundheit sowie für die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und das Wohlbe­finden. Ernährungsprävention hat das Ziel, die vorhandene Diskrepanz zwischen Ernährungsempfehlungen und dem tatsächlichen Ernährungsverhalten zu reduzieren: Unterstützt durch nationale Strategien und ein entsprechendes Lebensmittelangebot soll langfristig das Ernährungsverhalten der Menschen geändert werden“, hält Ingrid Kiefer vom Fachbereich Risikokommunikation der AGES fest.   

Erste Phasen stießen auf großes Interesse 

Seit Jahresbeginn haben Ernährungsexperten der OÖGKK für die erste Phase des Pro­jekts Schulungsunterlagen für Beschäftige im Lebensmittelhandel zusammengestellt. Diese befassen sich mit den im Handel üblichen Lebensmittelkennzeichnungen, Ernäh­rungsmythen und Gesundheitsinformationen aus dem Internet. Um Lebensmittel-Informationen besser verstehen zu können, begleiten die Unterlagen den Leser u.a. „Mit dem Einkaufskorb durch die Abteilungen des Supermarkts“. Unter dem Titel „Ernährungsmythen aufgedeckt“ werden gängige Missverständnisse oder Halbinforma­tionen besprochen und aufgeklärt. „Tipps zur Schnellbeurteilung“ behandeln Gesund­heitsinformationen aus dem Internet und geben Ratschläge, wie sie richtig gelesen werden sollen. Hinweise auf seriöse Gesundheits-Informationsplattformen runden die Unterlagen ab. Die Broschüren wurden in Info-Veranstaltungen den Teilnehmern des Lebensmittelhandels zur Verfügung gestellt. „Kompetente Verkäuferinnen und Verkäufer im Lebensmittelhandel sind für Konsu­menten besonders wichtig, wenn es um Information und Beratung über die angebote­nen Lebensmittel geht“, stellt Johannes Jetschgo, Obmann des Landesgremiums Lebensmittelhandel, fest. „Besonders am ‚Point of Sale‘ können die gut ausgebildeten Beschäftigten im Lebensmittelhandel durch kreative Maßnahmen das Interesse ihrer Kundschaften auf gesunde, regionale und saisonale Produkte lenken“, ergänzt Manfred Zöchbauer, Geschäftsführer des Lebensmittelhandels in der WKOÖ. Nach den erfolgten Schulungen wurden in der zweiten Projektphase das Feedback und die Fragen der Schulungsteilnehmer in die Unterlagen eingearbeitet, die den betreffen­den Berufsschullehrern angeboten werden. Das Interesse der Lehrer bestärkte die Projektverantwortlichen in OÖGKK und WKOÖ in der Richtigkeit des eingeschlagenen Wegs. Die Erfahrungen des Projekts können in weiterer Folge dazu beitragen, die Qualität der Lebensmittel im Sinne der Gesundheit zu verbessern – der Lebensmitteleinzelhandel hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Produktgestaltung der Lebensmit­telindustrie. Verkäuferinnen und Verkäufer als Moderatoren ihrer mündigen Kundschaft können sehr wohl einen Beitrag zur gesunden Ernährung ihrer Kundschaft leisten. „Durch die Produktion von ‚Lebensmitteln ohne Risiken und Nebenwirkungen‘ können sich aber auch die Produzenten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und sollten deshalb Interesse daran haben. Dennoch müssen diese Lebensmittel verfügbar sein und leistbar bleiben – ganz im Sinne des Rahmen-Gesundheitsziels 7“, betont Albert Maringer, Obmann der OÖGKK. Ein großer Diskonter ist in diesem Sinne bereits tätig geworden und hat Süßigkeiten, die besonders Kinder ansprechen, aus dem Kassenbereich verbannt. „Dieses Beispiel zeigt, dass auch für große Ketten das Thema Gesundheit im Lebensmittelhandel an Stellen­wert gewinnt und nicht nur bei regionalen Versorgern eine fundamentale Rolle spielt“, ist Andrea Wesenauer, Direktorin der OÖGKK, überzeugt.

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Zuletzt aktualisiert am 19. Juli 2016