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Gütesiegelverleihung vom 20. Jänner 2009


Gütesiegel 2009 Am 20. Jänner 2009 erhielten neun oberösterreichische Unternehmen das Gütesiegel der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Diese Auszeichnung bestätigen die erfolgreiche und nachhaltige Integration von Betrieblicher Gesundheitsförderung in den Unternehmensalltag.

Die OÖGKK unterstützt und begleitet derzeit rund 25 oberösterreichische Betriebe, die mit ihren MitarbeiterInnen betriebliche Gesundheitsförderungsprojekte planen und durchführen.

Das Ziel dieser engagierten Unternehmen ist es, langfristig gesunde und motivierte MitarbeiterInnen im Betrieb zu fördern und zu erhalten.

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Gütesiegel Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Das „Gütesiegel BGF“ (Betriebliche Gesundheitsförderung) ist eine Auszeichnung des „Österreichischen Netzwerkes Betriebliche Gesundheitsförderung“ und wird vom „Fonds Gesundes Österreich“ (FGÖ) gefördert. Zweck des Gütesiegels ist es, die Gesundheitsorientierung eines Unternehmens zu verbriefen und öffentlich sichtbar zu machen

Die Kriterien für die Zuerkennung orientieren sich an den Qualitätskriterien des Europäischen Netzwerkes Betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP):

  • Ganzheitlichkeit
  • Partizipation aller MitarbeiterInnen im Betrieb
  • Integration der BGF-Grundsätze in die Unternehmenspolitik
  • Projektmanagement und Evaluation der Gesundheitsförderungsaktivitäten

Die Unternehmen stellen einen Antrag bei der jeweiligen Regionalstelle des österreichischen Netzwerkes, ein international besetzter Fachbeirat berät über die Projekte und gibt Empfehlungen ab, welche Unternehmen sich das Gütesiegel verdient haben. Über die tatsächliche Zuerkennung entscheiden die Mitglieder und PartnerInnen des Österreichischen Netzwerkes mit qualifizierter Mehrheit.

Das Gütesiegel kann beantragt werden für
a) ein erfolgreiches Projekt „Betriebliche Gesundheitsförderung“, das bereits abgeschlossen ist bzw. sich im Abschlussstadium (Evaluierung) befindet,
b) die dauerhafte Implementierung von Betrieblicher Gesundheitsförderung in den betrieblichen Alltag bzw. Managementkreislauf.

Das Gütesiegel wird auf jeweils drei Jahre vergeben, eine Wiederbewerbung ist jederzeit möglich. Die Firmen erhalten eine Plakette, eine Urkunde sowie das Logo des Gütesiegels für die weitere interne wie externe Verwendung. Die Vergabe findet ein Mal jährlich statt.

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Amag Austria Metall AG, Ranshofen

Projekt: „AMAG Gesundheitszirkel"

Gütesiegelverleihung AMAG Die Verankerung der Betrieblichen Gesundheitsförderung erfolgt bei der AMAG Austria Metall AG auf struktureller Ebene durch die Etablierung einer „Gesundheitsrunde“, bestehend aus Arbeitsmedizin und Personalabteilung. In diesem Gremium werden die strategischen Entscheidungen bezüglich Schwerpunktthemen und Maßnahmen diskutiert, projektiert und anschließend beschlossen. Die Partizipation von MitarbeiterInnen wird durch Updates von jährlich stattfindenden Gesundheitszirkeln gewährleistet. Weiters erfolgt eine Einbindung in das bestehende KVP-System. Betriebliche Gesundheitsförderung wird kontinuierlich und konsequent in möglichst allen relevanten Abläufen und Prozessen mitgedacht und umgesetzt. Zahlreiche gesundheitsfördernde Aktivitäten wie beispielsweise verbesserte Hallenbelüftung durch Deckenentlüftungen, verbesserte Beleuchtung, Vital-Check, Vital-Scheck, Vitalmenü, Schichtarbeiteressen etc. wurden bereits umgesetzt.

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Forstbetrieb Steyrtal-Österr. Bundesforste AG, Molln

Projekt: „ÖBfit“

Gütesiegelverleihung Ö. Bundesforste AG Die erste Phase des Projektes „ÖBfit“ bestand aus der Erprobung und der Umsetzung des Kreislaufes und der Methoden der BGF in 2 Modelbetrieben (FB Steyrtal und FB Pinzgau). Es wurden fixe Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen, um Gesundheitsförderung langfristig realisieren zu können. Das Gesundheitsmanagementsystem ist geprägt von einer guten internen Organisation und einem hohen Ausmaß an interner Vernetzung und Zusammenarbeit der multidisziplinären ExpertInnen. Alle MitarbeiterInnen werden in die gesundheitsfördernden Aktivitäten einbezogen und es gibt in jedem Forstbetrieb eine Gesundheitsvertrauensperson. Die klare und offene Information und Kommunikation sowie das interne Marketing führen zu großer Akzeptanz und Partizipation der MitarbeiterInnen.

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Krankenhaus der Elisabethinen, Linz

Projekt: „Beiß in die Mango“

Gütesiegelverleihung Krankenhaus der Elisabethinen Mit dem außergewöhnlichen Titel „Beiß in die Mango“ wurde 2005 die Neugierde der 1400 MitarbeiterInnen des Elisabethinen Krankenhauses in Linz auf eine unkonventionelle Plakatserie gelenkt. In einem sechswöchigen Rhythmus wurde etappenweise eine Geschichte erzählt, über deren Zweck und Ausgang die MitarbeiterInnen konsequent im Unklaren gehalten wurden. Die so aufgebaute Spannung, Verwirrung aber auch Irritation mündete nach 3 Monaten bei der Auflösung des „Rätsels“ in einer flächendeckenden Bekanntheit des Projektstarts der betrieblichen Gesundheitsförderung bei der Belegschaft.
Mit dieser hohen Aufmerksamkeit von Anfang an erklärt sich unter anderem auch der Erfolg. Das angepeilte Ziel, der mindestens 50prozentigen MitarbeiterInnenbeteiligung am Gesundheitsförderungsprogramm innerhalb eines Jahres konnte bereits nach 6 Monaten realisiert werden. Die Gesundheit der MitarbeiterInnen zu fördern leitet sich bei den Elisabethinen vom Auftrag der heiligen Elisabeth ab, die mit ihrem Leitsatz: „Wir müssen die Menschen froh machen“ das Wahrnehmen der Menschen und zwar nicht nur der Patienten, sondern auch der Beschäftigten des Krankenhauses, mit allen ihren Bedürfnissen vorgab. Der Wunsch nach einem Arbeitsplatz, der nicht nur nicht krank macht, sondern darüber hinaus das subjektive Gesundheitsempfinden fördert, herrscht bei allen Berufsgruppen vor.
Auch die strategische Entscheidung dem Netzwerk der gesundheitsfördernden Krankenhäuser beizutreten, hat das Mitarbeiterwohl zum Unternehmensgrundsatz erhoben. Die betriebliche Gesundheitsförderung bietet ein umfassendes Gesundheitsprogramm auf den drei Säulen: Bewegung, Ernährung und der Mentalen Gesundheit. Weiters beinhaltet dieses Programm Gesundheitsmaßnahmen, die von den neun Berufsgruppen erarbeitet und für die Belegschaft umgesetzt wurden. Besonderer Wert wurde dabei auf Maßnahmen gelegt, die zur Entwicklung der Unternehmenskultur und des Sozialkapitals beitragen.
„Als positiven Aspekt des Projektes „Beiss in die Mango“ sehe ich auch die Überwindung der hierarchischen Ebenen und Durchdringung unserer vielen Berufsgruppen“, erklärt dazu der Geschäftsführer Dr. Franz Harnoncourt.
Nach Abschluss des Projektes wird die Gesundheitsförderung in den Regelbetrieb des Krankenhauses übergeführt. Es gibt eine jährliche Gesundheitskonferenz auf Ebene der Geschäftsbereichsleitung und des mittleren Managements.
Gesundheitszirkel, in denen alle Berufsgruppen vertreten sind, werden offene Bedürfnisse artikulieren und für deren Befriedigung durch Erarbeitung entsprechende Maßnahmen sorgen.

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Reform-Werke Bauer & Co Gesellschaft m.b.H., Wels

Projekt: „In Form mit Reform“

Gütesiegelverleihung Reform-Werke Bauer & Co GmbH Mit einem engagierten Team im Gesundheitsmanagement und kompetenten AnsprechpartnerInnen im Unternehmen ist es in der Firma Reform-Werke gelungen das Thema der MitarbeiterInnen-Gesundheit langfristig im Unternehmen zu institutionalisieren. Die Möglichkeit der gesamten Belegschaft zur Partizipation, die guten internen Kommunikationsstrukturen im Bereich des Gesundheitsmanagements sowie die hohe Partizipation der MitarbeiterInnen an gesundheitsfördernden Maßnahmen sprechen für eine gelungene Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems. Die Einbindung der MitarbeiterInnen wird durch das MitarbeiterInnengespräch ergänzt um Fragen zur Gesundheit sowie durch gezielt eingesetzte Gesundheitszirkel sichergestellt. Die bereits umgesetzten Maßnahmen im Projekt reichen von z.B. Verbesserung der Lichtqualität an den Arbeitsplätzen, Hebevorrichtungen/Hebebühnen/Kranverlängerungen zur Verbesserung der Montagearbeiten, Anti-Ermüdungsmatten für Steharbeitsplätze, Staubabsaugungen im Bereich Schweißerei, Investition in eine neue Staplerflotte bis zu Lehrgänge für alle Führungskräfte. Auch Maßnahmen zur Förderung des Gesundheitsverhaltens standen ebenso am Umsetzungsplan wie Maßnahmen für spezielle Zielgruppen.

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B.Kern Baugesellschaft mbH, Unterweißenbach

Projekt: „WEG“

Gütesiegelverleihung Kern BaugmbH Wiederverleihung

Bei B.Kern ist Ganzheitliche Betriebliche Gesundheitsförderung bereits seit 1999 fixer Bestandteil der Unternehmenspolitik. Die betriebliche Implementierung war gekennzeichnet von hoher Partizipation der MitarbeiterInnen auch das Leitbild wurde gemeinsam mit den MitarbeiterInnen entwickelt und niedergeschrieben. Dem sehr engagierten Firmenchef ist die interne Vernetzung der Betrieblichen Gesundheitsförderung ausgezeichnet gelungen. Durch persönliche MitarbeiterInnengespräche und verschiedene verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen ist die Betriebliche Gesundheitsförderung ein Bestandteil des täglichen
(Arbeits-)lebens zur persönlichen und organisationalen Ressourcenstärkung. Der Erfolg und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen werden überprüft und Erfahrungen sowie Feedbacks der MitarbeiterInnen werden für Verbesserungen und Neuerungen im System genutzt.

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Krückl Bau, Perg

Projekt: „Bau4plus“

Gütesiegelverleihung Krückl Bau Wiederverleihung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist bei der Firma Krückl bereits seit 2004 fixer Bestandteil der Unternehmenspolitik und im Unternehmen auf Management Ebene nachhaltig verankert. Die interne Vernetzung der Verantwortlichen im BGM-System ist sehr gut gelungen und es gibt kompetente AnsprechpartnerInnen wie beispielsweise Sicherheitsvertrauenspersonen, Arbeitsmedizin, Kfm. Leitung etc. für die MitarbeiterInnen in allen Bereich. Die laufenden Maßnahmen sind sehr vielseitig und decken verschiedenste relevante BGF-Bereiche gut ab (z.B.: Lehrlings-Entwicklungs-Programm, Einführung von MitarbeiterInnengesprächen, Errichtung eines Kommunikationsraumes, Tabakentwöhnungsprogramm, Ergonomie etc.). Die Maßnahmen werden evaluiert und Erfahrungen und Rückmeldungen fließen in die Entwicklung und Umsetzung neuer Maßnahmen mit ein.

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Pletzer Bau GesmbH, Gmunden

Projekt: „Bau4plus“

Gütesiegelverleihung Pletzer Bau GesmbH Wiederverleihung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist bei der Firma Pletzer Bau GesmbH bereits seit 2004 fixer Bestandteil der Unternehmenspolitik und im Unternehmen nachhaltig verankert. (Im Organigramm ist BGF im Personalmanagement angesiedelt). Das Leitbild wurde gemeinsam mit den MitarbeiterInnen entwickelt. Die Firma Pletzer geht von einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff aus und versucht alle Bereiche der körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit anzusprechen. Themen wie MitarbeiterInnenmotivation, körpergerechtes Arbeiten sowie organisatorische Maßnahmen zur Verringerung von Zeitdruck und Stress finden Berücksichtigung.

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pro mente OÖ.

Projektname: „Viva“

Gütesiegelverleihung Pro mente OÖ Wiederverleihung

Nach Beendigung des Gesundheitsprojektes im Februar 2003 wurde eine Gesundheitsbeauftragte bestellt, deren Aufgabe das „Gesundheitsmanagement“ ist. Ein Gesundheitsmanagement-Gremium, welches für Gesundheitspolitik, für neue Ziele und das Controlling laufender Gesundheitsförderungen verantwortlich ist wurde installiert. Alle Standorte wurde durch eine Bezirksnetzwerk eingebunden. Gesundheitsförderung ist im Leitbild, welches in einer multiprofessionellen Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, verankert. Die laufenden BGF-Maßnahmen haben sowohl die Arbeitssituation im Betrieb als auch das Gesundheitsverhalten der MitarbeiterInnen zum Gegenstand. Es wurde beispielsweise eine Anlaufstelle unter dem Titel „Rat & Hilfe“ für pro mente MitarbeiterInnen in schwierigen Situation implementiert. Das Ziel dieser Stelle ist, dass MitarbeiterInnen kostenlos und anonym Beratungen zum den Themen Konflikte, Burnout, Sucht sowie Krisen in schwierigen Situationen bekommen können.

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Pensionsversicherungsanstalt Landesstelle OÖ, Linz

Projekt: „PVital“

Gütesiegelverleihung PV OÖ Wiederverleihung

Das Projekt der Pensionsversicherungsanstalt OÖ „PVital“ hat sich aus dem ursprünglichen Projekt „Men health work“ entwickelt und wird seit 2005 als eigenständige Initiative in der Landesstelle OÖ weitergeführt. Ein Organisationsteam übernimmt die Filter- und Koordinationsfunktion aller Inputs aus den Gesundheitszirkeln, der Fraueninitiative, des Betriebsrates sowie der MitarbeiterInnen. Die Kommunikation und Transparenz erfolgt über regelmäßige Newsletter und eine eigene Homepage. Einige Beispiele bereits umgesetzter Maßnahmen sind: Führungskräftetrainings, rauchfreie Büros und Aufenthaltsräume, Gratisobst, Selbstverteidigungskurse für Frauen, Beteiligung Linz-Marathon, Projekt „Lebensstilmodifikation, Aktionstage, umfangreiche Seminarangebote uvm. Alle relevanten Arbeitsabläufe und Prozesse werden kontinuierlich und konsequent auf die Verträglichkeit mit der betrieblichen Gesundheitsförderung überprüft.

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Vortrag Herr Prof. Dr. Paul Jimênes

Gütesiegelverleihung Prof. Dr. Paul Jimênes  Weiters freute uns, dass wir bei unserer BGF-Gütesiegelverleihung Herrn Prof. Dr. Paul Jimênes, Psychologie-Professor an der Uni Graz, für einen Implusvortrag zum Thema: „Gesundheit und Führung“ begrüßen durften.

Ausschnitte aus dem Vortrag:
„Gesundes Führen“ ist aber nicht ganz einfach.
„Gesundes Führen hat nicht nur etwas mit Fürsorgepflicht und Arbeitssicherheit zu tun. Führungskräfte müssen Rahmenbedingungen schaffen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ermöglichen“, erzählte Paul Jiménez.

„Viele Chefs sind beim gesunden Führen heillos überfordert“, sagt Jiménez. Dazu gehört zum Beispiel, Mitarbeiter zu motivieren und in Entscheidungen miteinzubeziehen. Denn der Zusammenhang zwischen Demotivation und geringer Arbeitszufriedenheit ist relativ hoch.

Je missmutiger ein Mitarbeiter in die Arbeit kommt, desto größer ist auch die Chance von Burn-outs, Stress, Krankenständen und dass er sogar krank zur Arbeit kommt. Denn nicht voll leistungsfähig in der Firma zu sein, bringt weder einem selbst, noch dem Betrieb etwas.

linkDownload des Vortrages von Herrn Prof. Dr. Paul Jimênes (1.0 MB)

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015