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Künstliche Befruchtung


Seit Beginn des Jahres 2000 ist das sogenannte IVF-Fonds-Gesetz in Kraft. Damit wurde festgelegt, dass für eine künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen 70 Prozent der Behandlungskosten von einem Fonds getragen werden, der je zur Hälfte aus dem Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen und von den Krankenversicherungsträgern gespeist wird.

Die Betreuung muss durch eine Krankenanstalt erfolgen, mit der eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen wurde. In Oberösterreich haben

  • die Landesfrauenklinik in Linz (Lederergasse 47, Tel. 0732/674-0),
  • die KinderWunschKlinik Dr. Loimer GmbH (Traunufer-Arkade 1, 4600 Thalheim/Wels, 072 42 / 22 44 66) und
  • das IVF und Kinderwunsch Institut Prof Dr. Tews (Salzburgerstraße 65, 4600 Wels, 07242 / 909090 410) diesen Vertrag.

Die Anspruchsvoraussetzungen für Kostenübernahme durch den IVF-Fonds beinhalten unter anderem, dass die Frau das 40. und der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben dürfen. Darüber hinaus muss eine prinzipielle Leistungszuständigkeit einer gesetzlichen Krankenversicherung oder einer Krankenfürsorgeeinrichtung vorliegen.


Prinzipiell besteht Anspruch auf Erstattung von 70 Prozent der Kosten für höchstens vier Versuche pro Paar und angestrebter Schwangerschaft - und zwar laut Gesetz bei erwiesener Sterilität tubaren Ursprungs bei der Frau oder bei Sterilität des Mannes. Die im Gesetz vorgesehenen Limitierungen der Versuche und die Einschränkungen auf bestimmte Indikationen sowie die Altersgrenze haben sich aus dem aktuellen Stand der Wissenschaft ergeben.

Zum Kostenersatz werden nicht nur die unmittelbaren Kosten des Eingriffs, sondern auch die Kosten für die notwendigen Medikamente und für pflegerische Leistungen herangezogen. Für eine In-vitro-Fertilisation, die in einer Einrichtung ohne Vertrag durchgeführt wurde, gibt es ausnahmslos keine Kostenerstattung.

Die an Eigenkosten verbleibenden 30 Prozent übernimmt die OÖ Gebietskrankenkasse weder aus ordentlichen noch aus außerordentlichen Mitteln. Die Übernahme der Kosten im Ausmaß von 70 Prozent durch den IVF-Fonds stellt übrigens keine Leistung der Krankenkasse im üblichen Sinn dar. Streng juristisch ist dies weder als Familien-, noch als Krankenversicherungsleistung zu qualifizieren. Das führt unter anderem dazu, dass ein derartiger Eingriff nach geltender Gesetzeslage keinen Krankenstand begründet.

Zuletzt aktualisiert am 20. Januar 2016