DRUCKEN

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Eine Information für Frauen, die über die Durchführung eines PAP-Abstrichs zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses nachdenken.


up

Zweck dieser Information


Der PAP-Abstrich (benannt nach George Papanicolaou, dem Erfinder dieser Methode) zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses gilt als erfolgreichster Krebstest überhaupt. Durch die Einführung des PAP-Abstrichs ist die Sterblichkeit an dieser Tumorart in den letzten 50 Jahren um zwei Drittel zurückgegangen. Mit diesem Test kann Krebs meist in einem Vorstadium entdeckt und der Ausbruch gänzlich verhindert werden. Deshalb wird der PAP-Abstrich in der neuen Vorsorgeuntersuchung für alle Frauen ab einem Alter von 18 Jahren empfohlen.

Diese Information soll Ihnen eine informierte
Entscheidungsfindung ermöglichen. Sie können auftretende
Fragen gerne mit Ihrem Arzt diskutieren.

up

Was ist ein PAP-Abstrich? 

  • Der PAP-Abstrich dient dazu, die Beschaffenheit und Gesundheit des Gebärmutterhalses zu prüfen. Diese Untersuchung lässt gute Rückschlüsse auf die Karzinomwahrscheinlichkeit im Gebärmutterhals zu.
up

Sollten alle Frauen den PAP-Abstrich durchführen lassen?


Ja! Im Rahmen der Österreichischen Vorsorgeuntersuchung wird der PAP-Abstrich für alle Frauen im Alter ab 18 Jahren empfohlen.

Der Test besitzt eine sehr hohe Aussagekraft und die Gültigkeit der Testergebnisse erhöht sich noch, wenn der PAP-Abstrich regelmäßig durchgeführt wird.

Gebärmutterhalskrebs tritt am häufigsten zwischen dem 25. und dem 55. Lebensjahr auf. In diesem Zeitraum erkranken jährlich etwa sechs von 10.000 Frauen an der Krankheit. Bei etwa achtmal so vielen Frauen werden Vorstadien von Gebärmutterkrebs gefunden und behandelt, so dass es nicht zum Ausbruch kommt.

Allein im Lauf der letzten zehn Jahre ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs dadurch um 38 Prozent zurück gegangen.

up

Erfolge des PAP-Abstrichs: 

  • Durch den PAP-Abstrich können Veränderungen des Gebärmutterhalses identifiziert werden
  • Die Behandlung dieser Zellveränderungen verhindert den Ausbruch von Gebärmutterhalskrebs
  • In den letzten 50 Jahren ist die Sterblichkeit am Gebärmutterhalskrebs um zwei Drittel zurückgegangen
up

Wie wird der PAP-Abstrich durchgeführt?


Der Abstrich wird im Regelfall von Ihrem Frauenarzt vorgenommen. Sie werden ersucht, sich von der Hüfte abwärts zu entkleiden und auf dem Untersuchungsstuhl Platz zu nehmen. Ein kleines Instrument (Spekulum) wird in Ihre Scheide eingeführt, um sie offen zu halten. Dann wird mit einer weichen Spatel oder einer Bürste über den Gebärmutterhals gestrichen. Es werden einige Zellen davon abgeschabt. Diese Zellen werden anschließend präpariert und unter einem Mikroskop analysiert. Der Abstrich selbst dauert nur wenige Sekunden. Er ist etwas unangenehm aber nicht schmerzhaft.

Sollten Sie dabei Schmerzen empfinden, so zögern Sie nicht, dies Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitzuteilen.

up

Was soll ich vor dem PAP-Abstrich beachten?


Es ist nicht möglich, den Test durchzuführen, wenn Sie gerade Ihre Periode haben. Beachten Sie dies bitte bei der Vereinbarung des Arzttermins.

Ebenso sollten Sie zumindest 24 Stunden vor der Untersuchung keine Spermizide oder Gleitmittel verwenden, weil die darin enthaltenen Chemikalien den Test verfälschen könnten.

up

Wie zuverlässig ist das Ergebnis?


Früherkennung mit nachfolgender Behandlung kann drei Viertel aller Gebärmutterhalskrebse in ihrer Entwicklung stoppen und damit den Ausbruch der Krankheit verhindern. So wie andere Früherkennungstests ist allerdings auch der PAP-Test nicht perfekt. So ist es möglich, dass frühe Zellveränderungen übersehen werden. Regelmäßige Untersuchungen mindern dieses Risiko.

Der PAP-Abstrich findet auch entzündliche Veränderungen, so dass nicht jedes auffällige Ergebnis Gebärmutterhalskrebs bedeutet.

up

Was bedeutet es, wenn ich zu einem Wiederholungstermin eingeladen werde?


Nur sehr selten bedeutet die Wiederholung des Tests, dass ein Gebärmutterhalskrebs festgestellt wurde. Zumeist liegt der Grund einfach darin, dass die Probe aus den verschiedensten Gründen technisch nicht bewertet werden konnte.

up

Etwas einer von zehn Tests muss wiederholt werden, weil möglicherweise: 

  • eine Infektion besteht, die vor der Auswertung des Abstrichs behandelt werden muss,
  • im Abstrich zu wenige Zellen des Gebärmutterhalses enthalten waren,
  • bei der Präparation der Zellen ein Fehler passiert ist,
  • kleine Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses festgestellt wurden. Auch hier liegt in den meisten Fällen kein Krebs vor.
up

Was kann getan werden, wenn Veränderungen gefunden wurden?


Ihr Arzt wird mit Ihnen die weitere Vorgangsweise besprechen. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass der Abstrich nach einiger Zeit wiederholt werden muss, weil es häufig passiert, dass abnorme Zellen von selbst wieder verschwinden. Es können auch Gewebeproben entnommen werden. Dabei handelt es sich meist um einen kleinen Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann.

Als Entscheidungshilfe, ob Sie sich einem PAP-Abstrich unterziehen sollten oder nicht, sind im Folgenden die Vor- und
Nachteile eines PAP-Abstriches noch einmal aufgelistet.

Vorteile

  • Die regelmäßige Durchführung des PAP-Abstrichs reduziert das Risiko, an einem Gebärmutterhalskrebs zu sterben.
  • Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals verhindert mögliche Folgeerkrankungen wie Gebärmutterkrebs.
  • Die regelmäßige Durchführung des PAP-Abstrichs hat dazu beigetragen, dass der Gebärmutterhalskrebs heute zu den seltenen Krebserkrankungen gehört.
  • Der Test hat hohe Aussagekraft und ist mit geringem Aufwand schnell, einfach und unkompliziert durchzuführen.

Nachteile

  • Manche Frauen empfinden die Abstrich-Entnahme als unangenehm.
    Sie ist jedoch nicht schmerzhaft und verursacht keine Nebenwirkungen.


Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2015