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MIA - Miteinander Auszeit


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Information zum Projekt “MIA“ - Miteinander Auszeit

   MIA Miteinander Auszeit Logos



Pro Mente OÖ, Land OÖ und die OÖ Gebietskrankenkasse halten im Rahmen des Projektes „MIA – Miteinander Auszeit“ Kuraufenthalte in Bad Hall ab. Der Kuraufenthalt dauert 3 Wochen.

Ein Großteil der Frauen leidet unter den Anforderungen, die der Alltag an sie stellt. Kinder, Partnerschaft, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist eine Meisterleistung. Sie müssen organisieren, managen, anpacken - und das sieben Tage in der Woche. Engagiert, aufopferungsvoll und pflichtbewusst nehmen viele Mütter ihre verschiedenen Rollen und die damit verbundenen Aufgaben wahr, ohne dabei auf den schleichenden Prozess der Erschöpfung zu achten. Die Hauptlast der Familienarbeit tragen nach wie vor die Mütter. Zusätzliche Belastungsfaktoren können zu Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen führen. Die Gesundheit von Müttern und Kindern steht in direktem Zusammenhang. Wenn Mütter ihrer Rolle nicht mehr gerecht werden, entstehen Störungen und Krankheiten bei den Kindern, die wiederum die Mütter belasten und Erkrankungen verstärken. Das Projekt MIA soll ein Zeichen setzen, dass das Gesundheitswesen die Probleme von Müttern und deren Kindern ernst nimmt und sie damit nicht alleine lässt.

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Vorsorgeziele

Zur Verhinderung von psychischen Erkrankungen entwickelte pro mente OÖ in Kooperation mit dem Land OÖ und der OÖ Gebietskrankenkasse als präventive Maßnahme das Angebot einer Mutter-Kind-Kur. Dabei verbringen Mütter in Überlastungssituationen gemeinsam mit ihren Kindern einen 3-wöchigen stationären Aufenthalt abseits des eigenen Zuhauses. In dieser Zeit werden medizinische und therapeutische Behandlungen angewendet, welche speziell auf die körperliche und psychische Gesundheit von Mutter und Kind ausgerichtet sind. Ziel der Vorsorgemaßnahme ist es, das Selbsthilfepotential und die Eigenverantwortung der Teilnehmerinnen für ihre Gesundheit dauerhaft zu stärken. Das körperliche und seelische Wohlbefinden wird wiederhergestellt, eine Festigung der Mutter-Kind Beziehung wird erreicht. Der stationäre Aufenthalt im Rahmen der Mutter-Kind-Kur verspricht einen erfolgreichen Verlauf durch die kontinuierliche Behandlung. Die Entlastung vom Alltag sowie die räumliche Distanz für Mutter und Kind ermöglichen eine bessere Reflexion der Situation. Neue Problemlösungsstrategien können entstehen.

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Behandlungen

Zur Erreichung der Vorsorgeziele bietet der 3-wöchige Kuraufenthalt verschiedene Behandlungsschwerpunkte: Für die Mütter stellt die Teilnahme am psychotherapeutischen und psychologischen Programm einen wesentlichen Teil des Therapieplans dar. Zusätzlich werden körperliche Therapien angeboten. Auch gemeinsame Mutter-Kind-Aktivitäten sind fixer Bestandteil des Tagesablaufs. Weitere Schwerpunkte bilden die Bearbeitung der Mutter-Kind Beziehung sowie die Stabilisierung der Kinder.
Für Mütter wird ein individueller Therapieplan erstellt, mit Gruppen- und Einzelpsychotherapeutischen Angeboten, psychologischer Erziehungsberatung, ärztlicher Behandlung und körperlichen Anwendungen (z.B. Ergotherapie, Nordic Walking, Gymnastik, Ernährungsberatung, Massagen).
Begleitete Mutter-Kind Aktivitäten ermöglichen die Reflexion und Bearbeitung der Mutter-Kind Beziehung im Einzelgespräch und tragen so zur Verbesserung und Stärkung der Bindung zwischen den Familienmitgliedern bei.
Für Kinder im Schulalter bilden erlebnis- und naturpädagogische Aktivitäten zur Förderung der Selbstwahrnehmung und des Sozialverhaltens den Schwerpunkt, für Kleinkinder und Vorschulkinder steht eine Förderung der sozialen Fertigkeiten und der Wahrnehmung im Vordergrund.
Weiterführende Hilfestellung für den Alltag und Empfehlungen für die Weiterführung der Therapien am Wohnort sind beinhaltet.

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Kinderbetreuung

Die Kinder sind während der Therapiezeiten der Mütter und tlw. auch darüber hinaus in die Kinderbetreuungsgruppe integriert. Sie werden von Monntag bis Donnerstag von 8:30 bis 11:45 un von 13:30 bis 16.30 Uhr betreut. Am Freitag gibt es die Kinderbetreuung nur am Vormittag von 8:30 Uhr bis 11:45 Uhr. Das Mittagessen und die Mittagspause verbringen die Kinder gemeinsam mit den Müttern. Bei Kindern bis zum Schulalter wird die Betreuungszeit individuell vereinbart. Kinder die noch nie von der Mutter getrennt waren, werden zu Beginn nur für die Dauer der Behandlungen der Mütter betreut – gerade bei Kleinstkindern ist ein Eingehen auf die Bindungsbedürfnisse des Kindes wichtig, sodass dieses nur schrittweise in die Kinderbetreuung integriert werden kann. Die Kinderbetreuungszeiten können je nach Entwicklungssituation und Bedürfnis von Kind und Mutter bis zu ca. 6h/Tag ausgeweitet werden.
Die Mütter sind für ihre Kinder verantwortlich und müssen in der Lage sein, diese außerhalb der Kinderbetreuungszeiten selber zu beaufsichtigen und zu versorgen.

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Zielgruppen sind

Frauen, denen auf Grund von mütterspezifischen Belastungsfaktoren Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen drohen

  • Mütterspezifischen Belastungsfaktoren
    wie bspw. Mehrfachbelastung, Existenzkrisen, Alleinerzieherin, Familienzerrüttung, Trennung, schwere Erkrankung oder Tod eines Familienmitgliedes, Probleme bei der Lebensführung, Erziehungsprobleme, Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung
  • Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen
    wie bspw. psychovegetatives Erschöpfungssyndrom, Schlafstörungen und Haltungsschwächen, reaktive depressive Störungen, Burn-out-Syndrom

Kinder können im Alter von 2 bis 12 Jahren aufgenommen werden.

  •  Behandlungsbedürftige Kinder mit eigenen Diagnosen, z.B.:
    Häufige Infektanfälligkeit, psychosomatische Beschwerden, reaktive emotionale Störungen, Ängste, Konzentrationsstörungen, ungeeignete Essgewohnheiten
  • Kinder, die belastenden Situationen ausgesetzt waren, z.B.:
    Trennung, Gewalt, Todesfälle, Sucht, schwere Erkrankungen, traumatische Erlebnisse
  • Nicht behandlungsbedürftige Kinder, für die es keine Unterbringungsmöglichkeit gibt

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Nicht teilnehmen können Mütter und Kinder mit

  • Gruppenunfähigkeit (Für Mütter ist die Teilnahme an den Gruppentherapien verpflichtend. Kinder müssen sich aufgrund der Gruppenbetreuungssituation gut in eine Gruppe integrieren lassen ohne durch Selbst- oder Fremdaggression sich selbst und andere Kinder zu gefährden.)
  • Schweren neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen (z.B. schwere Depression, Psychotische Symptomatik)
  • Suchterkrankungen
  • Suizidalität (Selbstgefährdung, die einen geschützteren Betreuungsrahmen braucht)
  • Anfallsleiden
  • Akuten Krankheiten, die eine Anstaltspflege brauchen

Eine Teilnahme ausschließlich zur Behandlung von körperlichen Beschwerden und zur Erholung ist nach dem Konzept „MIA“ nicht möglich. Die Teilnahme am therapeutischen Programm ist verpflichtend.

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Antrag

Der Antrag auf Kur ist von den Versicherten (Angehörigen) über den Hausarzt/Facharzt zu stellen. Der Kurantrag ist mit dem Vermerk „MIA“ an die OÖGKK zu senden.

Aussagekräftige Befunde,

linkder Selbstauskunftsbogen zum Kurantrag (1.3 MB)

linkdie Einverständniserklärung (598.2 KB) sowie

linkder Auskunftsbogen für das teilnehmende Kind  (1.2 MB)

sind dem Antrag beizulegen. 

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Kosten

Für Maßnahmen zur Festigung der Gesundheit (Kur-, Erholungsaufenthalte) hat der Versicherte (Angehörige) eine einkommensabhängige Zuzahlung zu leisten. Die Kosten der Nächtigung und Verpflegung für die Kinder werden von der OÖ Gebietskrankenkasse übernommen.

Sie beträgt bei einem monatlichen Bruttoeinkommen
für das Kalenderjahr 2016 pro Verpflegstag
von EUR 882,78 über EUR 1.464,16
      EUR 7,78
über EUR 1.464,16 bis EUR 2.045,55       EUR 13,33
über EUR 2.045,55       EUR 18,90

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Kontakt

OÖGKK:
Fr. Susanne Gierlinger
Gruberstraße 77
4020 Linz
Tel.: 057807 103843
e-mail: kur-reha@ooegkk.at

Promente Reha:
Projektverantwortliche Mag. Barbara Nemesch
Parkstraße 5
4540 Bad Hall
Tel.: 07258 / 50 940
linke-mail: barbara.nemesch@promente-reha.at    

Zuletzt aktualisiert am 23. März 2016