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Gemeinsam das Gesundheitswesen entwickeln

Land Oberösterreich und Oberösterreichische Gebietskrankenkasse haben eine gemeinsame Strategie für das oberösterreichische Gesundheitswesen bis 2025 entwickelt: Am 15. November 2019 wurde der „Regionale Strukturplan Gesundheit 2025“ (RSG 2025) für Oberösterreich beschlossen.

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Das Land und die OÖGKK planen gemeinsam voraus: Wie entwickelt sich die Bevölkerung, wie entwickelt sich der Leistungsbedarf im Gesundheitssystem? Unsere obersten Interessen sind die Nachhaltigkeit und die Sicherung unseres Gesundheitssystems. Der RSG OÖ 2025 gewährleistet ein patientenorientiertes und effizientes Gesundheitswesen“, erklärt OÖGKK-Obmann Albert Maringer. Landesrätin Christine Haberlander bekräftigt: „Wir arbeiten für ein Ziel: Dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können. Heute – und bis ins hohe Alter. Wir arbeiten dafür, dass in Zeiten raschen medizinischen Fortschritts und einer immer älter werdenden Gesellschaft die OÖ Gesundheitsversorgung gut und stark bleibt.“ 

Beim neuen Regionalen Strukturplan wurden unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklungen Hochrechnungen erstellt, die darstellen, welche medizinischen Leistungen in welchem Umfang künftig im stationären oder niedergelassenen Bereich in Anspruch genommen werden.

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Angepasstes Leistungsangebot

Aufgrund dieser Ergebnisse wird das oberösterreichische Versorgungsangebot entwickelt. So wird vor allem der Bereich der Akutgeriatrie in den nächsten Jahren um insgesamt 37 stationäre Betten und 20 ambulante Betreuungsplätze ausgeweitet. Außerdem werden diese Leistungen künftig auch in Freistadt angeboten. Für den steigenden Bedarf bei der Betreuung von Demenzpatientinnen und -patienten erfolgt zudem ein Ausbau der Demenzberatungsstellen.

Auch für die Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin prognostizieren die Expertinnen und Experten eine verstärkte Nachfrage. Dies wird im neuen Strukturplan berücksichtigt, etwa durch eine neue Abteilung mit zwölf vollstationären Betten im Klinikum Wels-Grieskirchen für Kinder und Jugendliche, 16 zusätzliche Betten im Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck oder zehn zusätzliche Betten für Erwachsene im Krankenhaus Braunau. Zudem werden die ambulanten Betreuungsmöglichkeiten ausgebaut.

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Ausbau Primärversorgungseinrichtungen

Die bestehende, hochwertige Versorgung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte soll bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Der Ausbau der Primärversorgungseinrichtungen (PVE) ist zentral im RSG 2025 verankert. In den Primärversorgungseinheiten arbeiten verschiedene Gesundheitsberufe unter einem Dach oder als Netzwerk eng zusammen. „Speziell bei den Hausärztinnen und Hausärzte investieren wir viel in die Attraktivierung und Ausbildung: Alle unsere Medizinstudierenden absolvieren mittlerweile ein Praktikum in einer Hausarztpraxis und kommen so früh in Kontakt mit der Allgemeinmedizin. Zudem bieten wir den Hausärztinnen und Hausärzten flexible Vertragsmodelle zur Gestaltung der persönlichen Work-Life-Balance an und greifen Praxis-Gründern auch finanziell unter die Arme“, so Maringer.

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Personalrekrutierung und Ausbildung

Wesentliche Zielvorgabe des Projekts war es demnach auch, die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen weiter zu verbessern. Beispiele dafür sind etwa Verbesserungen in den Abläufen und Prozessen – Stichwort Aufnahme- und Entlassungsmanagement – beziehungsweise die Schaffung von Stellen der Dokumentationsassistentinnen und –assistenten. Ebenso können dank der Digitalisierung Abläufe noch weiter vereinfacht werden – etwa durch den Ausbau der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA), durch E-Health-Anwendungen, E-Befunde bzw. telemedizinische Anwendungen.

Doch es sind nicht nur die Rahmenbedingungen für bestehendes Personal zu optimieren, sondern auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren, um den künftigen Leistungsbedarf decken zu können. Nachdem sich die „Babyboomer-Jahrgänge“ in den kommenden Jahren sukzessive vom Arbeitsmarkt verabschieden und geburtenschwächere Jahrgänge folgen werden, ist eine wirkliche Kraftanstrengung notwendig. Das betrifft sowohl den medizinischen Bereich als auch die Pflege, deren Berufsbild weiter attraktiviert werden muss.


Foto: Land OÖ
Landesrätin Mag.a Christine Haberlander und OÖGKK Obmann Albert Maringer präsentierten den RSG 2025


Zuletzt aktualisiert am 23. November 2019