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Letzte Bilanz der OÖGKK: Abschied in Top-Zustand

Mit einem Bilanzgewinn von 3,0 Millionen Euro schließt die OÖ Gebietskrankenkasse (OÖGKK) das Wirtschaftsjahr 2018 ab – ihr letztes in budgetärer Eigenverantwortung. 2020 wird die OÖGKK mit acht weiteren Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) fusioniert. Die „Mitgift“ aus Oberösterreich: Ein nicht nur wirtschaftlich kerngesundes Unternehmen.

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(P/projkomm/esv/MDB/Bilder/Aktuell / Bilderservice)

Auch 2018 erzielt die OÖGKK trotz steigender Ausgaben solide Finanzen. Das „hauseigene“ Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) liegt bei rund Plus
18,9 Millionen Euro. „Auch unser sorgsamer Umgang mit Geld schützt die rund
1,3 Millionen Versicherten, deren Angehörige und die Dienstgeber. Als starke Kasse können wir die gesetzlichen Rahmen zugunsten der Versicherten voll ausnutzen, auch in schwierigen Zeiten die Gesundheitsversorgung unserer Versicherten ausbauen und damit die Wirtschaft stabilisieren“
, so OÖGKK-Obmann Albert Maringer.   

„Können Fortschritt finanzieren“

Noch mehr als die „Kassenlandschaft“ Österreichs steht das Gesundheitssystem selbst im Umbruch: Junge Ärzte erwarten neue Arbeitsmodelle. Moderne Therapieformen versprechen große Erfolge gegen Volkskrankheiten wie Diabetes. Und die Digitalisierung ebnet neue Wege zur Krankheitsbekämpfung und Gesundheitsförderung. OÖGKK-Direktorin Mag. Dr. Andrea Wesenauer: „Fortschritt kostet Geld und benötigt Handlungsspielräume. Die OÖGKK war und ist in der Lage, Innovationen für ihre Versicherten zu entwickeln und zu finanzieren. Ohne diese beiden Grundlagen verliert eine Krankenversicherung den Anschluss an die Zukunft.“    

2,4 Milliarden für Versicherte

Im Kampf für die Gesundheit ihrer Versicherten investierte die OÖGKK 2018 mehr als
2,4 Milliarden Euro in medizinische und therapeutische Leistungen.
Die fünf größten Bereiche:  

  1. Überweisung Krankenanstaltenfonds: rund 724 Millionen Euro für stationäre
    Spitals­­behandlungen (+ 3,1% ggü. 2017)
  2. Ärztliche Behandlung inkl. Therapeuten und Krankenhausambulanzen: rund
    571 Millionen Euro (+ 7,6% ggü. 2017), davon rund 111 Millionen (+ 3,5% ggü. 2017) für Krankenhausambulanzen
  3. Medikamente: rund 437 Millionen Euro (+ 3,8% ggü. 2017)
  4. Zahnbehandlung und Zahnersatz: rund 153 Millionen Euro (+ 5% ggü. 2017)
  5. Leistungen für Mütter: rund 112 Millionen Euro (unverändert)

 

Mit diesem Geld finanzierte die OÖGKK im Vorjahr rund 15,3 Millionen Arztkontakte,
13,3 Millionen Packungen Medikamente, 2,2 Millionen Spitalstage, eine Million Zahn­behandlungen, 14.736 Hörgeräte und 6.619 Rollstühle für ihre Versichertengemeinschaft.  

„Notgroschen“ für 80 Tage

Weil die OÖGKK seit langem mit Augenmaß wirtschaftet, verfügt sie über ein Finanzpolster (Rücklage) von rund EUR 530 Millionen Euro. Maringer gibt zu bedenken: „Pro Tag kaufen wir für unsere Versicherten Gesundheitsleistungen um rund 6,6 Millionen Euro ein. Unsere Rücklage könnte gerade mal für 80 Tage die Versorgungskosten decken. Dann wäre der Notgroschen aufgebraucht. Noch schneller schmilzt er, wenn große medizinische Fortschritte zu finanzieren sind. Umso mehr hoffe ich, dass wir unsere eisernen Reserven auch wieder für die oberösterreichischen Versicherten investieren können.“ Wo und wie die Rücklagen der Gebietskrankenkassen nach der Fusion verwendet werden, ist Sache des Verwaltungsrats in Wien. Nur über einen Teil der bisher im Land vorhandenen Rücklagen soll ab 1.1.2020 weiter in der Landesstelle entschieden werden – auch hier nach Vorgaben aus Wien.  

Ausblick

Offen ist auch, wie die Planung und Budgetierung unter dem zentralen Dach der ÖGK ab 2020 funktionieren wird. Derzeit bereiten sich alle Gebietskrankenkassen fieberhaft auf die geplante Fusion vor. Wesenauer: „Die Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen war eine politische Entscheidung mit enormen Folgewirkungen. Dessen ungeachtet, erwarten Versicherte, Dienstgeber und Ärzte auch nach dem 1.1.2020 reibungslose Abläufe im Tagesgeschäft. Die OÖGKK bringt sich selbstverständlich aktiv und professionell in den Fusionsprozess ein.“

 

Zuletzt aktualisiert am 10. Mai 2019