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Organe schützen - Infos nützen: Gesundheitskompetente Versicherte

Wer Gesundheitsinformationen sucht, verirrt sich oft in einem Dschungel und ist durch die Vielzahl an teilweise schwer einschätzbaren Informationen meist extrem gefordert. Besonders betroffen sind Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen. Unter dem Motto „Organe schützen – Informationen nützen“ war die OÖGKK Mitte Oktober beim Jahreskongress der österreichweit tätigen „Selbsthilfe Niere“ Partner. Das Thema Gesundheitskompetenz zog sich durch den Kongress, und die OÖGKK konnte ihre Rolle als erfahrene Institution in der Unterstützung der Gesundheitskompetenz einbringen.

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Rund 200 Teilnehmende besuchten diese Veranstaltung. Unter den zahlreichen Referent/innen fand sich der – ohne Arme und Beine geborene - Psychologe Georg Fraberger, der vermittelte, wie auch bei chronischer Beeinträchtigung Freiheit und Selbstbestimmung im Leben erreicht werden kann.  Der Umgang mit Informationen im Zusammenhang mit der Krankheit war eines der Hauptthemen. Die „Selbsthilfe Niere“ steht für Menschen, die Dialyse erhalten, mit transplantierten Nieren leben, oder kurz vor diesen gravierenden Interventionen stehen. Die Mitglieder sollen dabei unterstützt werden ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen. Der gute Umgang mit Gesundheitsinformationen ist dazu eine wesentliche Voraussetzung. Der Jahreskongress 2018 war heuer dem Thema „Organe schützen – Informationen nützen“ gewidmet. Dabei waren auch zahlreiche andere Selbsthilfegruppen. Aus der OÖGKK wurde ein Referat über Initiativen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz und zwei Workshops zu besseren Informationen aus Gesprächen mit Therapeuten sowie Medien (wie dem Internet) eingebracht.

 

Gesundheitskompetenz bedeutet die Fähigkeit und Motivation, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag angemessene Entscheidungen zur Gesundheit treffen zu können.

„Gesundheitskompetenz verbessert das Management von Gesundheit und Krankheit durch die Betroffenen. Wir alle kennen es aus eigener Erfahrung: Wenn man krank ist, fragt man auch Dr. Google. Dass nicht alle Informationen seriös sind und wie man sich im Dschungel der Gesundheitsinformation besser zurechtfindet, das wollen wir den Betroffenen mitgeben“, ist Obmann Albert Maringer überzeugt. Die zunehmende Flut teils widersprüchlicher Gesundheitsinformationen macht es nicht leicht gut informierte Entscheidungen zu treffen. Wie Wissen aktiv genutzt werden kann, lernt man in Gesundheitskompetenz-Coachings. In moderierten Gruppendiskussionen werden gemeinsam von den Teilnehmenden Möglichkeiten entwickelt, die Informationsausbeute aus einem Gespräch mit der Therapeutin oder dem Therapeuten zu verbessern, und Informationen aus Medien (Internet, Zeitschriften, etc.) auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen.  

 

Vor rund zwei Jahren hat die OÖ Gebietskrankenkasse das Gesundheitskompetenz-Coaching auch in verschiedenen eigenen Einrichtungen eingeführt. „Ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch, bei dem der Patient auch mal auf Augenhöhe Fragen stellt, trägt wesentlich zum Therapieerfolg und zur Genesung bei“, betont OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.

 

 

Rückfragen:

Mag. Ulrike Bauer | Tel. 05 78 07 - 10 22 12 | ulrike.bauer@ooegkk.at

Zuletzt aktualisiert am 08. November 2018