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"Bau-Ausgabenbremse": Zahnmedizin und Gesundheitszentren bedroht

Die Vorbereitungen der Bundesregierung zur Zentralisierung der Krankenkassen wirkt sich bereits konkret auf Oberösterreich aus: Der Neubau des Zahn-Gesundheitszentrums Linz wackelt ebenso wie die Sanierung der Kundenservice-Stelle Freistadt. Der Stopp des Projekts Eferding konnte dem Vernehmen nach in letzter Sekunde abgewendet werden. Neben Bau-Projekten sind aber auch die Verträge mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen von der überfallsartig verordneten „Ausgabenbremse“ betroffen. 

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Die in das Erwachsenenschutzgesetz verpackte „Ausgabenbremse“ für die Krankenkassen bewirkt massive Folgen für die OÖGKK, Versicherte, aber auch Ärzte, Gesundheitsanbieter und Unternehmen. Obmann und Versicherten-Sprecher Albert Maringer: „Quasi über Nacht werden wir per Gesetz in wichtigen Bereichen handlungsunfähig gemacht.“ Die Regierungspläne für eine neu zu gründende „Österreichische Gesundheitskasse“ sehen den Abzug von Rücklagen und Beiträgen aus Oberösterreich vor – vorbereitend dazu wird nun bereits die „Stopp-Taste“ in wichtigen Bereichen gedrückt.

 

„Regionale Nähe war und ist für die OÖGKK extrem wichtig. Menschen mit teils schwerwiegenden Gesundheits- und Sozialproblemen brauchen ebenso unsere Beratung wie junge Eltern. Gesundheitsförderungsangebote stehen in allen unseren Häusern in jedem Bezirk zur Verfügung. Und in unseren Gesundheits- und Zahngesundheitszentren im ganzen Bundesland bieten wir hochwertige Behandlung, Versorgung und Rehabilitation. Diese Angebote ­ ganz nah bei den Menschen sind nun durch den Baustopp in Frage gestellt“, betont OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.      

 

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Stopps an vier Orten! 

Linz: Das große OÖGKK-Zahngesundheitszentrum in der Derfflingerstraße ist seit 1981 durchgehend in Betrieb. Eine ausführliche Analyse ergab, dass es dringend durch einen Neubau ersetzt werden muss. Das Zahngesundheitszentrum Linz mit seinen rund 25 Ordinationen deckt über 20 Prozent der zahnmedizinischen Versorgung im Raum Linz ab. Ein Aufschub des Projekts würde den Versorgungsbetrieb gefährden, ein Entfall der Behandlungskapazitäten wäre eine Katastrophe für die zahnmedizinische Versorgung in Linz.

 

Bad Schallerbach: Patienten mit Rheuma, Arthritis und Stoffwechselerkrankungen werden im OÖGKK-Linzerheim in Bad Schallerbach behandelt. Für diese Patientengruppen hätte die OÖGKK – vor dem Spardiktat - das zuletzt 1990 sanierte Linzerheim wieder auf den aktuellsten Stand gebracht und ausgebaut. Das aktuelle Gebäude bietet nicht mehr die erforderlichen Rahmenbedingungen für die 135.000 Therapien und Behandlungen, die hier pro Jahr erbracht werden. Alle Pläne liegen jetzt auf Eis.

 

Freistadt: Auch für die Mühlviertler Bevölkerung steht einiges auf dem Spiel: 22.000 Zahnbehandlungen für 7.500 Patienten, knapp 30.000 persönliche und 40.000 telefonische Beratungen leistet das OÖGKK-Gesundheitszentrum Freistadt. Das bestehende Gebäude ist seit 1980 in Betrieb und ein dringender Sanierungsfall. Ein neues, für die Versicherten sehr gut erreichbares Grundstück wurde bereits erworben, ein Generalplaner mit den Vorbereitungsarbeiten für einen Neubau beauftragt, das Vorbereitungsprojekt läuft seit mehreren Jahren. Auch dieses Bauvorhaben wird aus heutiger Sicht ein Opfer der „Ausgabenbremse“.

 

Eferding: 30.000 Menschen aus der Region holen sich jährlich Rat und Hilfe bei der OÖGKK in Eferding. Weil die Gemeinde das Gebäude am Stadtplatz 31 demnächst selbst benötigt, muss das Kundenservice umziehen. Nach Prüfung aller Alternativen wurde ein Einkauf in ein geplantes Bauprojekt im Zentrum Eferdings vorbereitet. Der vom Bundesministerium beim Hauptverband eingelegte Einspruch gegen das Projekt wurde offenbar in letzter Sekunde zurückgezogen.  

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Projekte laufen seit Jahren

OÖGKK-Obmann Albert Maringer: „Jedes einzelne Bauprojekt im Bundesland hat jahrelange, sorgfältigste Vorbereitungsphasen. Bis zum Baubeschluss, und noch mehr bis zum Baubeginn, werden alle Alternativen abgewogen, jeder Cent mehrfach umgedreht, Projektpartnerschaften mit anderen Auftraggebern gesucht. Alle Baubeschlüsse der OÖGKK wurden einstimmig, im Rahmen aller zu beachtenden Gesetze, und nach entsprechender Prüfung durch das Ministerium und den Hauptverband gefasst,… nun herzugehen und einfach `Stopp´ zu rufen gefährdet die Versorgung ebenso wie den Kundenservice.“ Daher weist die OÖGKK auch bereits jetzt auf die noch weiter vorausliegenden, dringend erforderlichen Bauprojekte hin: Auch in Steyr, Schärding und an vielen weiteren Standorten stehen Projekte an, laufen bereits Analysen und Prüfungen.

 

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Nicht nur Bauten sind bedroht

Auch im Bereich der Ärzteverträge werden den Krankenkassen die Handlungsspielräume entzogen. „Wir analysieren gerade mit der Ärztekammer und allen anderen Anbietergruppen, was nun alles konkret auf dem Spiel steht, und werden weiter informieren“, erklärt OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.     

 

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Rückfragen:

Mag. Harald Schmadlbauer | Tel. 05 78 07 - 10 24 00 | harald.schmadlbauer@ooegkk.at

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am 12. Juli 2018